16. Februar 2010

100 % Fair - Fairer Handel auf der BioFach

Berlin. - Das Forum Fairer Handel begrüßt, dass die Veranstalter der weltgrößten Messe für Bioprodukte in diesem Jahr erstmals das Thema Organic & Fair zum Thema des Jahres benannt haben. "Damit trägt die Messe der wachsenden Aufmerksamkeit Rechnung, die der Faire Handel in den letzten Jahren sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Biobranche erfährt", so Andrea Fütterer, Vorstand des bundesweiten Netzwerkes des Fairen Handels.

Mit ihrem Messeauftritt unter dem Motto „100 % Fair“ machen die Akteure des Fairen Handels neben der Präsentation neuer und attraktiver Produkte aus Fairem Handel deutlich, wofür die strengen Kriterien des Fairen Handels stehen. Fütterer: „Der Fairer Handel gewährt den Produzenten faire, existenzsichernde Preise, langfristige Handelsbeziehungen und Vorfinanzierung – um nur einige der positiven Leistungen zu nennen“. Die Stiftung Warentest habe in ihrer Untersuchung zur nachhaltigen Unternehmensverantwortung von Kaffeeröstern im Mai 2009 hervorgehoben, dass der Faire Handel anderen Initiativen mit ethischem Anspruch klar überlegen sei. „In einer Zeit, in der immer mehr Initiativen und Zeichen für sich in Anspruch nehmen, für ethisch einwandfreies Handeln zu stehen, ist es um so wichtiger, die eigenen strengen Kriterien klar zu kommunizieren. Nur wo Fairer Handel drin ist, soll auch Fairer Handel drauf stehen,“ betont Fütterer.

Das Forum Fairer Handel hebt die Gemeinsamkeiten zwischen dem Ansatz des Fairen Handels und dem des Ökolandbaus hervor. Dazu zählt unter anderem die politische Forderung nach einem Abbau der für die kleinbäuerliche Landwirtschaft in den Ländern des Südens schädlichen Agrarsubventionen. Darüber hinaus leisten sowohl der Faire Handel als auch der biologische Landbau einen großen Beitrag zur Förderung der Kleinbauern und tragen somit zu deren Ernährungssicherheit bei. Oftmals ist es dabei so, dass erst der Faire Handel die Kleinbauern in Entwicklungsländern in die Lage versetzt, auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Gemein ist den beiden Ansätzen darüber hinaus der Einsatz für eine gentechnikfreie und klimaschonende Landwirtschaft. Als Beispiel einer fruchtbaren Kooperation verweist Fütterer auf das aktuelle Kooperationsprojekt „Öko plus Fair ernährt mehr“ zwischen dem Weltladen-Dachverband und Naturland. Eine Studie, die im Rahmen dieses Projektes angefertigt wurde, untermauert die Bedeutung, die der Faire Handel und der biologische Landbau für die Ernährungssicherheit in den Ländern des Südens haben.

Die Notwendigkeit, eine kleinbäuerliche, nachhaltige Landwirtschaft auch in Deutschland zu unterstützen, erkennt das Forum Fairer Handel explizit an. Eine Aufgabe der Organisationen des Fairen Handels und der Biobranche könnte darin bestehen, sich gemeinsam für gerechte, internationale Produktions- und Handelsbedingungen einzusetzen. „Allein die Übertragung des Begriffes „Fairer Handel“ auf den Norden ist allerdings wenig hilfreich, da der Faire Handel explizit ein entwicklungspolitischer Ansatz ist und die Ausgangsbedingungen für Kleinbauern im Norden und Süden sehr unterschiedlich sind“, meint Fütterer.

Quelle: Forum Fairer Handel