24. Juni 2013

Dein Land, mein Boden

Studie zeigt globale Abhängigkeit der Industriestaaten von fremden Agrarflächen

Industriestaaten können ihre Nachfrage nur befriedigen, wenn sie in einem erheblichen Ausmaß Produkte auf fremdem Boden herstellen lassen. Das zeigt eine Studie der Universität Maryland. Die USA beispielsweise können ihre Versorgung nur dann sicherstellen, wenn sie die benötigten Produkte zu 33 Prozent auf fremdem Boden herstellen lassen. Die Produkte für die Staaten der Europäischen Union werden zu mehr als 50 Prozent woanders hergestellt. Japan hängt sogar zu 92 Prozent von der Produktion auf fremdem Land ab.

Zu den größten „Landverleihern“ gehören Russland und Australien. Russland wird vor allem wegen seiner Holzproduktion in Anspruch genommen von anderen Staaten, Australien für die Fleischproduktion und andere landwirtschaftliche Produkte. Aufstrebende Industriestaaten wie China nehmen häufig eine Zwitterrolle ein: Einerseits exportiert China sehr viele Produkte, andererseits nutzt es bereits sieben Prozent des australischen Weidelandes, um seinen Fleischbedarf zu decken. Brasilien und Argentinien wiederum stellen den überwiegenden Teil ihrer landwirtschaftlichen Fläche anderen Staaten zur Verfügung: Brasilien zu 47 Prozent und Argentinien sogar 88 Prozent.

http://science.orf.at/stories/1719387/