16. Oktober 2012

Fairer Handel - damit Arbeit ernährt

VERBRAUCHER INITIATIVE zum Welttag gegen Armut

Noch immer leben viel zu viele Menschen weltweit in absoluter Armut. Dagegen kann jeder etwas tun: Wer fair gehandelte Produkte kauft, sorgt dafür, dass mehr Menschen von ihrer Arbeit leben können.

Insgesamt 1,3 Milliarden Menschen leben laut Weltbank in absoluter Armut. Absolute Armut bedeutet ein täglicher Kampf ums Überleben, ein Einkommen von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag, eine hohe Kindersterblichkeit und eine insgesamt geringe durchschnittliche Lebenserwartung von nicht einmal 55 Jahren. Mit der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise ist die Situation der Armen noch unsicherer geworden, vor allem schwankende Preise für Nahrungsmittel an den Börsen machen ihnen zu schaffen. Am schlimmsten betroffen sind die Bewohner ländlicher Regionen, die für das, was sie produzieren, kein verlässliches Einkommen erzielen können. Die Folge: Elend, ausbeuterische Arbeitsbedingungen und Kinder, die statt zur Schule zu gehen hart arbeiten müssen.

Der Faire Handel dagegen sorgt für stabile Einkommen: Durch Mindestpreise, die Möglichkeit, die Ernte vorzufinanzieren, durch langfristige und direktere Handelsbeziehungen werden kleinbäuerliche Haushalte gestärkt. Hinzu kommt die Fairtrade-Prämie, die die Bauern in verbesserte Anbaumethoden oder Schulen für ihre Kinder investieren können. Außerdem werden ressourcenerhaltende Anbaumethoden gefördert, die die Erträge steigern. Die Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen und Farmen, die für den Fairen Handel produzieren, profitieren von sozialen und arbeitsrechtlichen Mindeststandards, wie festen Arbeitsverträgen und bezahlten Überstunden. Zwangsarbeit und ausbeuterische Kinderarbeit sind im Fairen Handel verboten.

Inzwischen gibt es eine Fülle fair gehandelter Produkte, von Kaffee, Tee und Saft über Reis, Zucker und Honig bis hin zu Eis, Kleidung und Fußbällen. „Jeder faire Einkauf hat eine Signalwirkung. Unternehmen werden vor allem dann verantwortungsvoller handeln, wenn sie sehen, dass das vielen Verbrauchern ein Anliegen ist“, sagt Saphir Robert, Referentin der VERBRAUCHER INITIATIVE.