07. Dezember 2009

Fairer Handel und Klimaschutz: Mehr Gerechtigkeit

Mit einer Großplakat-Aktion melden sich das Eine Welt Netz NRW und die GEPA - The Fair Trade Company zum Klimagipfel in Kopenhagen zu Wort. Sie machen auf die Verbindung von Fairem Handel und Klimaschutz aufmerksam und fordern mehr Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd.

Das Plakat zeigt eine Kaffeebäuerin von hinten, die einen schweren Kaffeesack unter einem düsteren Unwetterhimmel schleppt. Der Slogan „Ach, können wir da nicht noch was draufpacken?“ weist darauf hin, dass die Kleinbauern und Menschen in Entwicklungsländern die Lasten zu tragen haben, die wir ihnen durch ungerechten Handel und Klimawandel durch erhöhten CO2- Ausstoß aufbürden.

„Die Bewältigung des Klimawandels ist auch eine Frage der Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd“, so GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck. „Viele Kleinbauern müssen ausbaden, was wir durch den Klimawandel anrichten“. Fairer Handel leistet dagegen zum einen durch die Unterstützung ökologischer Anbaumethoden einen Beitrag zur umwelt- und klimaschonenden Wirtschaftsweise. Zum anderen versetzt er Produzenten in Entwicklungsländern u.a. durch langfristige Verträge und ein gesichertes Einkommen in die Lage, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Auf diesen Zusammenhang hatte der Dachverband der Weltläden in Deutschland im Rahmen einer zweijährigen Kampagne aufmerksam gemacht.

Monika Dülge, die Projektleiterin der „Heiße Zeiten“-Klimakampagne des Eine Welt Netz NRW, unterstützt diesen Ansatz: „Es geht um di e Zukunft gerade von Kindern und Jugendlichen. Wir dürfen ihnen nicht noch mehr unsere Altlasten aufbürden. Fairer Handel ist dabei ein positiver Lösungsweg.“

Das Großplakat wird ab 15. Dezember bis in den Januar hinein auf Freiflächen an 500 Bahnhöfen in NRW plakatiert. Die Aktion ist eingebettet in die Jugendkampagne „Heiße Zeiten“ des Eine Welt Netz NRW. Diese Klimakampagne wird u.a. von den GEPA-Gesellschaftern Misereor und Evangelischer Entwicklungsdienst (eed) gefördert sowie auch vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt.

Die Geschichte hinter dem Plakat

Die Kaffeebäuerin auf dem Plakat ist keine anonyme Person, sondern heißt Oliva Kishero. Als Mitglied des GEPA-Handelspartners Gumutindo, einem Genossenschaftsverband in Uganda, baut sie Bio-Kaffee an, um ihre sieben Kinder zu versorgen. Gumutindo, so sagt sie, habe ihr Leben verändert. „Früher mussten wir unseren Kaffee an die Aufkäufer verkaufen – zu welchem Preis auch immer. Wir hatten keine Alternative. Seitdem wir uns zu Gumutindo zusammengeschlossen haben und unseren Kaffee an den Fairen Handel verkaufen, bekommen wir einen viel besseren Preis für unsere Bohnen“. Unter www.gepa.de ist ihre vollständige Geschichte abrufbar.

 

Auch Kaffeebauern haben unter Klimaveränderungen zu leiden. So berichtet der Genossenschaftsverb and KNCU in Tanzania, dass durch die steigenden Temperaturen am Kilimandjaro die Eiskappe des Berges schmilzt. Die Bewässerungssysteme und Wasservorräte in den Dörfern trocknen aus und die Ernte wird weniger planbar, da die Regenphasen unvorhersehbarer werden.

Studien, z.B. für Uganda und Äthiopien, beschäftigen sich inzwischen mit den Folgen der Klima-Erwärmung für den Kaffee-Anbau. Man geht davon aus, dass gerade Kleinbauern darunter besonders zu leiden haben, wenn bisherige Kaffeeanbaugebiete nicht mehr geeignet sind, weil der Anbau sich aus klimatischen Gründen in höhere Lagen verschiebt.

 

Das Eine Welt Netz NRW ist der Dachverband entwicklungspolitischer Vereine in Nordrhein-Westfalen und hat seinen Hauptsitz in Münster. Die Arbeitsschwerpunkte sind: Beratung im Eine-Welt-Engagement, Bildungs- und Öffentlichkeitsprojekte, Vernetzung und Fortbildungen zu allen Bereichen der Eine-Welt-Arbeit in NRW. Das Eine Welt Netz NRW organisiert außerdem landesweite Aktionen und Konferenzen mit internationalen Gästen. Auch Kontakte zu Akteuren aus den Bereichen Globales Lernen, Jugendbegegnungsprogrammen, Fairer Handel, internationale Kampagnen usw. werden vermittelt.

Infos zur Klimakampagne für Kinder und Jugendliche „Heiße Zeiten – Nimm das Klima in die Hand!“ gibt es unter www. heisse-zeiten.org