01. November 2013

Fledermäuse und Vögel hilfreich für Kakaoanbau

Ein Experiment der Georg-August-Universität Göttingen liefert Erkenntnisse

Eines dürfte hinlänglich bekannt sein - Artenreichtum ist für eine intakte Umwelt unabdingbar. Was aber Fledermäuse und Vögel mit dem Kakaoanbau zu tun haben und welche konkreten Auswirkungen es hat, wenn diese den Plantagen fernbleiben, hat nun die Universität Göttingen in einem agrarökologischen Experiment untersucht. In einem der größten Kakaoanbaugebieten der Welt, auf der indonesischen Insel Sulawesi, haben die Wissenschaftler mehr als ein Jahr lang den Zugang für Fledermäuse und Vögel zu einem Teil der Kakaobäume verhindert, um anschließend die Auswirkungen auf die Ernteerträge zu dokumentieren. Das Ergebnis des Experiments: Aufgrund des Mangels an natürlichen Fressfeinden stellten die Forscher eine Zunahme der Insekten auf der Plantage fest. Dadurch schrumpfte die Ernte, im Vergleich zu anderen Plantagen auf denen Fledermäuse und Vögel noch umherfliegen konnten, um fast ein Drittel.


Für eine nachhaltige landwirtschaftliche Flächennutzung und den Erhalt der Artenvielfalt auf den Plantagen sei es daher nach Ansicht der Agrarökologen nötig, zwischen den Kakaobäumen auch andere Bäume zu pflanzen. Diese könnten von den Fledermäusen und Vögeln als Nistplätze genutzt werden und böten zusätzliche Nahrung. Weiterhin müssten die Kakaobauern besser über die Möglichkeiten der natürlichen Schädlingsbekämpfung informiert und geschult werden, so das Fazit der Forscher.

http://idw-online.de/de/news559217

http://www.uni-goettingen.de/de/74726.html