11. Januar 2013

Fleisch! Fleisch! Fleisch!

Fleischatlas 2013 zeigt weltweiten Fleischverbrauch und Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt

Ein Deutscher verbraucht in seinem Leben im Schnitt 1.094 Tiere, darunter 4 ganze Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Mit einem jährlichen Fleischverzehr von rund 60 Kilogramm essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dies zeigt der "Fleischatlas 2013", herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Danach ist die intensive Fleischproduktion nicht nur qualvoll für die Tiere und belastet die Umwelt, sondern frisst gleichzeitig riesige Mengen an Rohstoffen, die wir als Futtermittel importieren: Um den Hunger der Schlachttiere zu befriedigen, haben Argentinien und Brasilien in den vergangenen Jahren ihre Anbauflächen für die Sojaproduktion in großem Stil erweitert.

Mittlerweile werden nahezu ein Drittel der weltweiten Landflächen für die Futtermittelproduktion genutzt. Immer mehr Kleinbauern wurden dazu in den vergangenen Jahren von ihrem Land vertrieben und verloren damit ihre Nahrungs- und Existenzgrundlage.

Der Fleischatlas zeigt auch, dass bis zu zwei Drittel der Masthähnchen in Massentierhaltungsanlagen gegenüber bestimmten Antibiotika Resistenzen ausbilden, die auch für Menschen gefährlich sein können. Im weltweiten Ranking liegt Deutschland mit geschätzt etwa 170 Milligramm eingesetzten Antibiotika pro Kilo erzeugtem Fleisch auf einem der vorderen Plätze.

Fleischatlas 2013 als PDF:



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