10. August 2012

Geteilte Ernte

Solidarische Landwirtschaft will nachhaltigen Landwirten zu mehr Planungssicherheit verhelfen

Gesunde, frische Nahrungsmittel sollten, wenn möglich, aus der Region und aus ökologischem Anbau stammen. Das ist allerdings ein ziemlich idealer Traum, denn die Realität sieht häufig anders aus: Weil Börsen und der Weltmarkt die Preise bestimmen, schwanken die Preise so stark, dass sich für viele Landwirte der Anbau nicht lohnt. Oder nur, wenn sie eine extrem rationalisierte, industrielle Landwirtschaft betreiben. Überzeugte Ökobauern gelangen häufig an ihre persönliche Belastungsgrenze, einige steigen ganz aus der Landwirtschaft aus.

Solidarische Landwirtschaft will den Bauern Planungssicherheit verschaffen. Und das geht so: Ein landwirtschaftlicher Betrieb schließt sich mit einer Gruppe privater Haushalte zusammen. Die Gruppe verpflichtet sich, regelmäßig im Voraus einen bestimmten Betrag an den Hof zu zahlen, der dann mit dem Geld entsprechend wirtschaftet. Die Haushalte erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot und Käse, sofern der Hof diese herstellt.

Die Beiträge der Haushalte errechnen sich unter anderem aus den nötigen Investitionen, dem Einkommen für die Bauern und Angestellte und ihre Altersvorsorge. In der Regel werden die Zahlungen von der finanziellen Lage der Abnehmer abhängig berechnet. Wichtig ist, dass die Anbau- und Verarbeitungskosten auch wirklich gedeckt werden. Die Lieferung an die Haushalte erfolgt in der Regel wöchentlich. Insgesamt 21 solidarische Hofgemeinschaften gibt es derzeit in Deutschland.

Weitere Infos unter http://www.solidarische-landwirtschaft.org/