12. Februar 2013

Kennzeichnung am Regal für Verbraucher nicht ausreichend

VERBRAUCHER INITIATIVE lehnt verpflichtende Hinweise auf Einweg- und Mehrweggetränkeverpackungen im Einzelhandel ab

„Einweg oder Mehrweg – das ist eben nicht die Frage für Verbraucher. Vielmehr lautet sie: Ist eine Getränkeverpackung ökologisch vorteilhaft oder nicht‘“, kommentiert Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. den Vorstoß des Umweltministeriums, eine verpflichtende Regalkennzeichnung für Einweg- und Mehrweggetränkeverpackungen im Einzelhandel einzuführen.

Verbraucher haben einen Informationsbedarf beim Griff ins Getränkeregal, der über die Möglichkeiten einer einfachen Unterscheidung nach „Mehrweg oder Einweg“ hinausgeht. Daher ist die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. der Auffassung, dass eine verpflichtende Kennzeichnung für bepfandete Einweg- und Mehrwegverpackungen im Einzelhandel nicht dazu beitragen wird, den Anteil an Mehrweggetränkeverpackungen und ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen zu steigern. Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V., weiter: „Schon jetzt haben wir eine Vielzahl von Kennzeichnungen auf Getränkeverpackungen. Sie haben alle nicht dazu beigetragen, den Boom in Richtung PET-Einwegflaschen zu stoppen. Eine weitere Kennzeichnung am Regal wird ebenso wenig zu einer Trendumkehr führen.“

Nach Erhebungen, die die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt hat, ist der Anteil der in Mehrweg- und ökologisch vorteilhaften Getränkeverpackungen abgefüllten Getränke in den Jahren 2004 bis 2010 von 71,1 Prozent auf 50,1 Prozent gesunken. Umfragen haben zudem gezeigt, dass Verbraucher zwischen ökologisch vorteilhaften und nicht-vorteilhaften Getränkeverpackungen nicht unterscheiden können. Fälschlicherweise wird dabei oft die Pfandhöhe als Kennzeichen für die Umweltfreundlichkeit der Verpackung angesehen. Jedoch sind viele Einwegverpackungen ohne Pfand, wie z. B. Schlauchbeutel oder Getränkekartons, ökologisch vorteilhafter als bepfandete PET-Einwegverpackungen.

„Wir unterstützen das Ziel des Bundesumweltministers, den Anteil von Getränken in Mehrwegverpackungen und ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen wieder zu steigern. Aber: Eine deutlichere Hervorhebung des Pfand-Logos auf Getränken oder eine Informationskampagne der Bundesregierung gemeinsam mit dem Lebensmitteleinzelhandel zu den Pfandregeln könnte dazu mehr beitragen als die Kennzeichnung ohne Begleitinformationen. Aus unserer Sicht brauchen Verbraucher Informationen über die Rohstoffe, aus denen Verpackungen hergestellt sind, sowie über CO2-Emissionen und Recycling. Dies würde ihnen eine Orientierung bieten, welche Getränkeverpackungen ökologisch vorteilhaft sind“, erklärt Georg Abel.

Als einen Beitrag zu besseren Informationen stellt die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. Verbrauchern mit dem Verpackungsbarometer ein Orientierungssystem für den umweltfreundlichen Einkauf zur Verfügung. Unter www.verpackungsbarometer.de können sich Verbraucher darüber informieren, welche Verpackungen ökologisch vorteilhaft sind und welche nicht.