14. Oktober 2013

Mängel bei der Bio-Kontrolle

Kontrollinstitute übersehen Missstände bei der Tierhaltung

Ob da, wo bio draufsteht, auch wirklich bio drin ist, dass heißt ob die Kriterien für das EU-Bio-Siegel von den Produzenten eingehalten werden, überprüfen derzeit die vom Staat beauftragten privaten Kontrollinstitute. Einige der von diesen Instituten gewonnenen Ergebnisse werden von behördlichen Lebensmittelkontrolleuren anschließend noch einmal gegengeprüft. Doch trotz dieser Kontrollmaßnahmen kommt es laut einem Bericht der tageszeitung (taz) immer wieder zu unentdeckten Missständen.


Zu den Missständen zählen die unsachgemäße Tierhaltung und zu große Bestände, die den Bio-Normen nicht gerecht werden. So übersah, laut taz, das Institut für Marktökologie (IMO) bei seiner Kontrolle des Eiervermarkters Wiesengold die Überbelegung der Ställe und den schlechten Zustand der Hennen.


Der Geschäftsführer des IMO, Peter Schaumberger, sagt in einem Interview mit dem Magazin "BioHandel", dass das Institut zusammen mit dem Verband Naturland nun eine Checkliste zur besseren Erfassung und Dokumentation des Zustandes und Bestandes der Tiere erarbeitet hätten. "Damit kann ein Problem früher erkannt und eine Reaktion des Tierhalters eingefordert werden", so Schaumberger.


Die Vorgaben des Verbands Naturland gehen in einigen Punkten über die des EU-Bio-Siegels hinaus. Noch strengere Richtlinien haben die Verbände Bioland und Demeter. Auch bei Neuland soll durch genaue Regeln das Tierwohl im Vergleich zur konventionellen Tierhaltung besser geschützt werden. Auf www.label-online.de gibt es kurze Übersichten und Bewertungen zu den unterschiedlichen Siegeln.


http://taz.de/Tierquaelerei-auf-dem-Oekohof/!125242/


http://www.biohandel-online.de/public/HTML/2013/ak20130406.shtml