23. Januar 2012

Mit dem Essen spielt man nicht

Hilfsorganisationen geben der Deutschen Bank Mitschuld an Hunger in der Welt

Oxfam, Misereor und die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Weed haben der Deutschen Bank vorgeworfen, durch Spekulation auf Lebensmittel den Hunger in der Welt zu verschärfen. Die Deutsche Bank sei weltweit führend beim Handel mit Rohstoffprodukten aus dem Agrarbereich und so entscheidend für die Preisexplosion bei Nahrungsmitteln verantwortlich, schreiben die Organisationen in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Ihren Angaben zufolge sind von Januar 2005 bis Juni 2008 die Weizenpreise um 127 Prozent gestiegen. Die Maispreise hätten sich im gleichen Zeitraum verdreifacht. Schätzungsweise 100 Millionen Menschen konnten sich infolge der Preisexplosion nicht mehr ausreichend Nahrungsmittel leisten und mussten hungern.

Recherchen haben nach Angaben der Organisationen ergeben, dass aus 45 Rohstofffonds der Deutschen Bank bis zum Jahresende 2010 knapp fünf Milliarden US-Dollar in Agrarrohstofffonds investiert worden seien. Diese Fonds würden auf steigende Agrarpreise wetten und damit zu Preisspitzen bei Nahrungsmitteln beitragen.
Oxfam, Misereor und WEED fordern die Bundesregierung auf, bei der anstehenden EU-Finanzmarktreform für mehr Transparenz auf den Warenterminmärkten zu sorgen. Die Spekulation müsse durch Höchstgrenzen für den Handel mit Termingeschäften einzudämmen.

Infos unter www.weed-online.org