03. Dezember 2012

Telefone sind keine Wegwerfprodukte

Studie von Südwind deckt miserable Bedingungen bei der Handyproduktion auf

Sie arbeiten zu Hungerlöhnen und hantieren ungeschützt mit Chemikalien: Die Zustände, unter denen Arbeiter Mobiltelefone produzieren, sind nach wie vor katastrophal. In einer Studie zeigt die entwicklungspolitische Organisation Südwind, wie Mobilfunkhersteller die Verantwortung für die sozialen und ökologischen Folgen der Produktion auf andere Unternehmen abwälzen und dass dieses Gebaren zahlreiche Gesetze und Bestimmungen verletzt. Die große Zahl neuer Regelungen, die immer wieder verabschiedet würden, seien weniger ein Zeichen für bessere Regulierung als ein Signal für die Hilflosigkeit der Gesetzgeber, den menschenunwürdigen Verhältnissen in der gesamten Wertschöpfungskette ein Ende zu bereiten.

Doch es gibt erste Bewegung, vor allem beim Thema Transparenz. Verschiedene Abkommen und Initiativen wollen erreichen, dass die Herstellung der einzelnen Rohstoffe und Bauteile durchgängig rückverfolgbar wird. Hinzu kommen einzelne Ansätze, die sich zumindest dafür einsetzen, die Arbeitsverhältnisse in den Fabriken zu verbessern.

Südwind fordert von den Rohstoffunternehmen, endlich gültige Umwelt- und Sozialstandards einzuhalten. Die Politik müsse bestehende Gesetze durchsetzen, die Hersteller der Geräte bessere Löhne zahlen und die Netzbetreiber sollten ihre Geschäftsmodelle so reformieren, dass die Kunden einen Anreiz erhalten, ihr altes Gerät in einen neuen Vertrag mit zu übernehmen oder es zumindest bei Recyclingstationen abzugeben. Verbraucher sollten sich überlegen, ob sie ihr altes Handy nicht länger als zwei Jahr nutzen können. Wer gar nicht auf den Kauf eines neuen Gerätes verzichten will, sollte das alte Telefon nicht in den Hausmüll werfen, sondern recyclen.

Infos unter www.suedwind-institut.de/fileadmin/fuerSuedwind/Publikationen/2012/2012-41_Von_der_Mine_bis_zum_Konsumenten._Die_Wertschoepfungskette_von_Mobiltelefonen.pdf