Nachhaltig reisen

Der Tourismus, insbesondere der Ferntourismus, steht wegen seiner negativen Wirkungen seit vielen Jahren in der Kritik. Als Alternative wird mehr und mehr die Idee des "nachhaltigen Tourismus" ins Spiel gebracht. Darunter sind alle Tourismusformen zu verstehen, die sozial gerecht, kulturell angepasst, ökologisch tragfähig und insbesondere für die ortsansässige Bevölkerung wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig sind.

Welche Konsequenzen sollen und können Verbraucher aus der Diskussion über einen nachhaltigen Tourismus ziehen? Und wie können die akademisch anmutenden Kriterien vom Einzelnen bei der Reiseplanung berücksichtigt werden? Hier ein paar Wegweiser:
  • Sanfter Tourismus muss nicht Allgäu statt Amazonas oder Buxtehude statt Bali bedeuten. Doch bereits wegen der Umweltbelastung durch den Flugverkehr sollte man sich bei der Urlaubsplanung fragen, ob es ein ebenso attraktives Ziel nicht auch in Europa gibt und ob die Bahn für die Fahrt dorthin in Frage kommt.
  • Die Entfernung vom Wohn- zum Urlaubsort sollte in einem angemessenen Verhältnis zur Reisedauer stehen. Wochenendtrips nach Mallorca, Shopping-Touren nach London oder 7-Tage-Karibik-Trips versprechen zwar den spontanen Ausbruch aus dem Alltag, gehen aber zu Lasten der Umwelt.
  • All-inclusiv-Angebote erscheinen vielen Urlaubern praktisch und billig. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass sie für das Gastgeberland wenig gewinnbringend, oftmals sogar schädlich sind, da sie die einheimische Bevölkerung zu einem erheblichen Teil von den Einnahmen aus dem Tourismus abschneiden.
  • Die lokale Bevölkerung sollte in möglichst hohem Maße von ihren Gästen profitieren. Dafür sorgen Reisende, die Taxis, Geschäfte, Restaurants usw. auch außerhalb des Urlaubsdomizils nutzen. Erscheint einem das Reiseland für derartige Ausflüge zu unsicher, sollte man andere Ziele in Erwägung ziehen.
  • Die Unterkunft sollte nicht allein nach Preis und Ausstattung beurteilt werden. Auch die folgenden Fragen sind bedeutsam, erlauben sie doch Rückschlüsse auf die Einbindung des Tourismus in die lokalen Wirtschaftskreisläufe am Ferienort: Wie groß ist die Unterkunft und wie fügt sie sich ins Landschaftsbild ein? Wer ist der Betreiber? Gibt es dort Essen aus der Region? Liegt das Haus innerhalb oder außerhalb eines Ortsverbandes? Wie groß ist der Ort? Wie ist das Verhältnis von Bettenangebot zur Einwohnerzahl?
  • Die Aktivitäten im Urlaub sollten sich an die Bedingungen vor Ort anpassen. Ein bewässerungsintensiver Golfplatz passt nicht zur Wüste, Motocross-Touren sind sicher nicht der richtige Weg, um üppige Regenwälder, stille Moorlandschaften oder einsame Bergregionen zu erkunden und Skifahrten bei frühlingshaften Temperaturen bleiben ein fragwürdiges Vergnügen, auch wenn Schneekanonen und Zement für 1A Pistenverhältnisse sorgen.

Nachhaltiger Tourismus ist also keine Erfindung, um die Reiselust einzuschränken. Der Begriff steht vielmehr für die Idee, bewusster und zugleich erlebnisreicher zu verreisen. Wer sich mit diesem Gedanken ein wenig näher befassen möchte, für den bietet sich der Check "Clever Reisen" der Naturfreunde an, zu dem Sie hier gelangen.