Bioethanol

Bioethanol
 

Biosprit enthält Bioethanol, das man wie Schnaps herstellt. Meist werden Getreide, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben oder Zuckerrohr vergoren. Dabei entsteht Alkohol, der heraus destilliert wird und dem anschließend so viel Wasser entzogen wird, dass er einen Reinheitsgrad von fast 100 Prozent erreicht. Für "Biosprit" wird das Agrarethanol mit Benzin gemischt. Am Namen des Treibstoffes erkennt man, wie viel Ethanol der Ottokraftstoff enthält. So findet man an deutschen Zapfsäulen meist E85 mit 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent Benzin. Woanders gibt es von E2 bis E100 (reines Ethanol) viele gängige Sorten Biosprit, aber am erfolgreichsten ist E85.

Auf einen geringfügigen Ethanolanteil im Treibstoff braucht etwa an der Zapfsäule nicht hingewiesen werden, weil Benzin mit bis zu fünf Prozent Alkohol der Qualitätsnorm DIN EN 228 entspricht. Ab 2009 ist die Mineralölwirtschaft gesetzlich dazu verpflichtet, Benzin mindestens 2,8 Prozent Bioethanol und Diesel 4,4 Prozent Biodiesel beizumischen. Bis auf einige ältere Modelle würden alle Benziner auch einen zehnprozentigen Biospritanteil problemlos vertragen.

Anders sieht das bei Mischungen mit mehr Alkohol aus: Herkömmlichen Antriebssystemen kann ethanollastiger Kraftstoff zusetzen, weil Alkohol "angriffslustiger" ist als Benzin. Er kann Schläuche aufquellen lassen oder Dichtungen verschleißen und Metalle werden wegen seines höheren Wassergehaltes schneller beschädigt. Wer trotz der Risiken hochprozentig tanken möchte, muss sein Auto umrüsten.


Mit einem Auto, das alkoholtauglich vom Band gelaufen ist, kann E85 ohne Angst vor Schäden getankt werden. Weil Biosprit im deutschen Kraftstoffhandel ein Exot ist, sind Ethanol-Neuwagen auf dem Markt, die sowohl den Biokraftstoff bis zu einem bestimmten Ethanolanteil vertragen, wie auch reines Benzin. Weil sie flexibel betankt werden können, heißen sie "Flexible Fuel Vehicles" (FFV).