Warum brauchen wir Alternativen?

Energiebedarf
Der Weltenergieverbrauch wird zu mehr als 80 Prozent aus fossilen Energieträgern gedeckt (Öl: 34,4 Prozent, Kohle: 26 Prozent, Erdgas: 20,5 Prozent). 6,2 Prozent kommen aus Kernkraft, 2,2 Prozent aus Wasserkraft. Die restliche Energie wird aus erneuerbaren Brennstoffen und Müllverbrennung (etwa zehn Prozent) sowie von Wind, Sonne und Erdwärme (0,6 Prozent) bezogen. Nur ein sehr geringer Anteil des weltweiten Energieangebots stammt also aus nachhaltigen Quellen.

Die meiste Energie (47,3 Prozent) wird von den OECD-Staaten verbraucht. Zwar hat sich seit 2004 das Wirtschaftswachstum der führenden Industrieländer vom Anstieg ihres Energieverbrauchs abgekoppelt: In 2006 verschlang ein Prozent Wirtschaftswachstum einen Mehrverbrauch von 0,6 Prozent Energie während es 2007 nur noch ein Plus von 0,1 Prozent war. Aber die nötige Kehrtwende ist längst nicht geschafft: Im Kyoto-Protokoll steht, dass Industrieländer bis 2012 trotz Wachstum fünf Prozent weniger Treibhausgase als 1990 ausstoßen sollen. Und weil sich zugleich die Wirtschaft riesiger Länder wie China und Indien mit großem Tempo entwickelt, sagt die Internationale Energieagentur voraus, dass der weltweite Energiehunger im Jahr 2030 um 45 Prozent höher als heute sein wird.

Treibhauseffekt und Klimawandel
Autofahrten, Flugreisen, Heizen: Viele Arten von Verbrauch setzen das Treibhausgas Kohlendioxid frei und es gelangt in die Atmosphäre. Dort verhindert es gemeinsam mit anderen Gasen, dass Wärmestrahlung entweicht. Eigentlich ist das sinnvoll, denn gäbe es keine dieser gasförmigen Dämmstoffe, wäre es auf der Erde im Schnitt minus 18 Grad kalt. Hüllen jedoch zu viele Treibhausgase den Planeten ein, wird es so warm, dass sich das Klima wandelt mit kaum abschätzbaren Folgen, wie sich ausbreitende Wüsten und schmelzende Polkappen.

Zu viel Kohlendioxid schadet auch den Meeren, die seit Beginn der Industrialisierung etwa die Hälfte des durch die Verbrennung fossiler Energieträger zusätzlich freigesetzten Kohlendioxids "geschluckt" haben. Im Wasser verhält sich CO2 chemisch anders als in der Luft: Es senkt den ph-Wert, was das Meer saurer macht. Manchen Lebewesen schadet das säuerlichere Milieu, wie bestimmten Korallen und Schnecken, die fragile Kalkschalen bilden. Verschwinden sie, können Nahrungsketten und Ökosysteme in Gefahr sein. Durch den Klimawandel wird eine lange Reihe von Ökosystemen auf der ganzen Welt bedroht. Unter den befürchteten humanitären Klimakatastrophen (Ernteausfälle wegen Dürre, schnellere Ausbreitung von Infektionskrankheiten) werden die Menschen in Entwicklungsländern am stärksten leiden. 

Ölfördermaximum ("Peak Oil")
Auf jedem Ölfeld geht das "Schwarze Gold" irgendwann zur Neige und auch neue Bohrungen können die versiegte Fördermenge nicht ausgleichen. Diesen Wendepunkt nennt man "Peak Oil", der nicht nur in einzelnen Gebieten, sondern auch im weltweiten Maßstab absehbar ist. Ab dem "Peak Oil" wird es für Konzerne technisch immer aufwändiger und teurer, neue Vorkommen zu erschließen. Deshalb geht die Ölproduktion mit Erreichen dieses Gipfels jährlich um drei bis sechs Prozent zurück.

Dem steht entgegen, dass immer mehr Öl gebraucht wird. Also muss sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage öffnen und der Ölpreis steigen. Unter anderem werden dadurch kostspielige Fördermethoden lukrativ wie der Teersandabbau, der verheerende Folgen für die Umwelt hat.