Urlaub in der Natur

Mit dem Yellowstone Nationalpark wurde 1872 in den USA die Nationalpark-Idee geboren. Auf der Grundlage international gültiger Kriterien der World Conservation Union IUCN sind heute weltweit über 2000 Schutzgebiete ausgewiesen. Allein in Deutschland bestehen über 100 Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke.


Nationalparke sind großräumige, vom Menschen kaum beeinflusste Naturlandschaften. Im Vordergrund steht die Entwicklung der Natur. Nationalparke haben eine wichtige Funktion als Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen und damit für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Sie können für die Erholung genutzt werden, soweit dies mit dem Schutzziel vereinbar ist. In Deutschland sind neben dem ältesten Nationalpark im Bayerischen Wald zwölf weitere Schutzgebiete, zum Beispiel im Wattenmeer, Harz und in der Sächsischen Schweiz ausgewiesen. Die französischen Cevennen und die Hohe Tatra in Polen stehen beispielhaft für Schutzgebiete in 37 europäischen Ländern, der legendäre Serengeti-Park für zahlreiche weitere Reservate weltweit.


In Naturparken und Biosphärenreservaten dagegen sollen der Schutz der Natur und die menschliche Nutzung in Einklang stehen. Biosphärenreservate sind landschaftstypische Natur- und Kulturregionen. Die 14 deutschen Reservate sind Teil des weltweiten Netzes von über 400 Gebieten, die von der Weltkulturorganisation UNESCO aufgrund ihrer internationalen Kriterien im Rahmen des Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) anerkannt wurden. Die Rhön oder Schorfheide-Chorin gehören in Deutschland ebenso dazu sowie der Spreewald oder Teile der Elbe. Über 200 Gebiete sind in Europa und Nordamerika erfasst, darunter als bekanntere der Neusiedler See in Österreich, die französische Camargue, der Olymp in Griechenland, die Ostkarpaten in Polen sowie das Donaudelta grenzüberschreitend in Rumänien und der Ukraine.


Die über 90 deutschen Naturparke sind großräumige Kulturlandschaften, die überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten bestehen und sich wegen ihres landschaftlichen Reizes besonders für die Erholung eignen. Der naturnahe Tourismus ist in diesen Regionen ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Entwicklung. Naturparke nehmen ein knappes Viertel Deutschlands ein. Bekannte Beispiele sind das Altmühltal oder der Spessart. Zahlreiche andere wie den Drömling oder die Uckermärkischen Seen gilt es zu entdecken. Das gilt auch für andere Länder wie Russland, wo knapp 100 Naturparks ausgewiesen sind.

Abwechslungsreiche Naturerlebnisse, unberührte Natur und seltene Tier- und Pflanzenarten haben diese Großschutzgebiete zu attraktiven Reisezielen werden lassen. Gleichzeitig stellt der große Besucherstrom eine Bedrohung für die sensiblen Ökosysteme dar. Umfangreiche Informationsmöglichkeiten und schonende Besucherlenkung dienen daher ebenso wie umweltverträgliche Verkehrsmittel und spezielle Reiseangebote dazu, den Schutz der Natur mit dem Interessen der Reisenden in Übereinstimmung zu bringen.

Einen guten Einstieg in die Welt der Nationalparke und anderer Großschutzgebiete national wie international bietet Europarc Federation, die Dachorganisation der europäischen Nationalparke.

Infos und Tipps
Anregungen und Tipps um "Natur pur" zu erleben, enthält die Broschüre "Natururlaub in Deutschland" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Sie beschreibt Urlaubsangebote in Deutschlands Schutzgebieten wie Wildniscamps im Nationalpark Bayerischer Wald, Vogelbeobachtung im Wattenmeer oder Moorerlebnisse und Draisinenfahrten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Vorgestellt werden Beispiele für den Aktivurlaub in Deutschland wie Klettern, Wandern und Reiten vom Pfälzerwald bis Rügen. Für Mountainbiker empfiehlt sich der Frankenwald, für gemächlichere Radler dagegen Flussläufe wie die Elbe. Wasserlabyrinthe südlich der Müritz oder gemächliches Treiben auf der Werra, vorbei an mittelalterlichen Städten und Obstgärten, zeigen beispielhafte Alternativen für Paddler. Informationen zum Viabono-Siegel, zur Anreise ohne Auto und Adressen runden die Infos ab.

Erholen, erleben, erhalten ist das Motto von "Fahrtziel Natur", das umweltverträgliche Reiseangebote in attraktive deutsche Naturlandschaften anbietet. Ziel der Initiative sind 16 Großschutzgebiete in zehn Regionen vom Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer im Norden bis zum Nationalpark Berchtesgaden im Süden Deutschlands. Die Kooperation der Deutschen Bahn mit den vier Umweltverbänden BUND, NABU, VCD und WWF will den nachhaltigen Tourismus im Inland fördern, die Großschutzgebiete als attraktive Reiseziele bekannter machen und mehr Freizeitverkehr auf die Schiene bringen. Vor Ort sorgen Bus, Bahn, Rad und Schiff für direkte Anschlüsse und regionale Mobilität. Faltblätter und ein Online-Auftritt informieren über die einzelnen Reiseziele und Reiseangebote. Sie geben außerdem Hinweise für die individuelle Gestaltung wie Ausflugstipps, Fahrrad- und Wanderwege, Wassersport, Reisemöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und weitere Informationsquellen.

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