Fahrrad

65 Millionen Fahrräder, mehr als Autos, besitzen die Bundesbürger. Acht Millarden Euro werden jährlich im Fahrradhandel, zehn Millarden im Radtourismus umgesetzt. Von Schattendasein oder Nischenprodukt kann daher keine Rede mehr sein. Gleichzeitig werden jedoch nur zwölf Prozent der Wege mit dem Rad zurückgelegt, im Durchschnitt jährlich 300 km pro Einwohner. Dass es deutlich mehr sein kann, zeigen die Niederlande. Im traditionellen Fahrradland wird über ein Viertel der Wege mit dem "Fiets" bewältigt, in einigen Städten sogar 40 %. Gute Einsatzchancen hat das Fahrrad als Alternative zum Auto vor allem in Städten, wo die Hälfte der Pkw-Fahrten kürzer als 5 km sind. Hier ist das Potenzial bei uns nicht annähernd ausgeschöpft.

Um den Radverkehr zu fördern, hat die Bundesregierung nach dem Vorbild der holländischen Nachbarn 2002 den "Nationalen Radverkehrsplan" verabschiedet. Zu den Eckpunkten gehören die Schaffung eines Radwegenetzes mit Lückenschlüssen, die Vernetzung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die verbesserte Nutzung von Fördermöglichkeiten und die Koordinierung des radtouristischen Angebots. Verbessert wurden die Rahmenbedingungen auch durch Änderungen der Straßenverkehrsordnung. So gibt es jetzt die Möglichkeit, Einbahnstraßen für Radler auch entgegen der Fahrtrichtung freizugeben.