Fahrradkauf

"Wofür" ist die entscheidende Frage beim Radkauf. Denn beim täglichen Einsatz in der Stadt sind andere Eigenschaften wichtig als bei langen Touren oder auf holprigen Waldwegen. Eine erste wichtige Orientierung in der Fahrradlandschaft bieten die unterschiedlichen Fahrradtypen. Deutlich vorn in der Gunst der Radler liegen City-, Trekking- und ATB-Räder (All-Terrain-Bikes).

  • City-, Stadt- oder Tourenräder eignen sich für die Nutzung in der Stadt und kleinere Ausflüge. Sie sind bequem, robust und relativ preisgünstig. Zur Grundausstattung gehören dicke Reifen, Nabenschaltung mit Rücktrittbremse, Schutzblech und Gepäckträger.
  • Auch Trekking- oder Reiseräder sind vorrangig für Fahrten auf öffentlichen Straßen, Gepäcktransporte sowie längere Radtouren bestimmt. Als gemäßigte Geländeräder können sie gelegentlich abseits der Straßen genutzt werden. Sie sind vielfach mit Kettenschaltungen und Felgenbremsen ausgestattet. Bei den Reifen kann zwischen grob- und feinstollig gewählt werden.
  • Mountainbikes (MTB) wurden ursprünglich für den Einsatz im Gelände konzipiert, erweisen sich aber auch in der Stadt bei Kopfsteinpflaster oder hohen Bordsteinen als nützlich. Charakteristisch sind breite Stollenreifen, Kettenschaltungen mit hohen Übersetzungen und hochwertige Bremsen. Schutzbleche und Gepäckträger fehlen. Eine serienmäßige Ausstattung nach der Straßenverkehrsordnung mit Beleuchtung, Reflektoren und Klingel ist nur bei All-Terrain-Bikes (ATB) vorhanden. Mountainbikes müssen nachgerüstet werden, falls auf öffentlichen Straßen gefahren werden soll.
  • Kinderfahrräder haben eine Radgröße von 12 - 20 Zoll und müssen mit dem CE-Zeichen versehen sein. CE ist die französische Abkürzung für Europäische Gemeinschaft. Produkte mit dem CE-Zeichen entsprechen dem europäischen Sicherheitsstandard, der für jede Produktgruppe einzeln festgelegt wird. Im Gegensatz zu Kinderstraßenfahrrädern fehlt Kinderfahrrädern die Ausstattung mit Beleuchtung und Reflektoren nach der Straßenverkehrsordnung.

Sehen und gesehen werden ist für Radfahrer lebenswichtig. Bei der Beleuchtung darf es daher keine Kompromisse geben. Zudem schreibt die Straßenverkehrsordnung die Ausrüstung für Fahrräder genau vor: Vorne ein Scheinwerfer und ein weißer Frontreflektor, gelbe Seitenreflektoren an Vorder- und Hinterrad, nach vorn und hinten gerichtete gelbe Reflektoren an den Pedalen, hinten ein großflächiger Reflektor und eine Schlussleuchte mit Reflektor sowie ein Dynamo.

Die Ergonomie entscheidet über Freud oder Leid des Fahrradfahrens. Die richtige Rahmenhöhe hängt von den persönlichen Körpermaßen ab. Für die Ermittlung gilt als Faustgröße die innere Schrittlänge multipliziert mit 0,66. Außerdem müssen Sattel und Lenker richtig eingestellt werden. Die Sattelhöhe ist optimal, wenn Sie bei durchgedrücktem Bein mit Ihrer Ferse das Pedal am tiefsten Punkt erreichen. Der Lenker sollte nicht breiter als die Schultern des Fahrers sein. Die Lenkerhöhe hängt davon ab, ob Sie lieber sportlich-geneigt bei ca. 45° sitzen oder aufrecht und damit schonender für Arme und Handgelenke, jedoch belastender für die Bandscheiben.

Informationen zu weiteren Fahrradtypen, zu Zubehör wie Bremsen, Schaltungen, Federungssystemen, Ergonomie und Tests rund ums Rad, Schlösser und Versicherungen inbegriffen, erhalten Sie bei der Stiftung Warentest, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, dem Zweirad-Industrie-Verband und Radmagazinen wie Radwelt online. Die nützlichen Adressen finden Sie im Service.