Belastungen durch Verkehr

Die Auswirkungen des anhaltenden Verkehrswachstums sind - trotz zahlreicher Anstrengungen - nicht unbedingt ermutigend:

Klimaschädling Kohlendioxid
Lärm macht krank
Trauerspiel Verkehrssicherheit
Flächenfresser Verkehr

Klimaschädling Kohlendioxid
Maßnahmen wie Katalysator und schärfere Grenzwerte für Schadstoffe haben dazu geführt, dass unsere Luft wieder sauberer geworden ist. Spürbar gesenkt wurde der Ausstoß von gesundheits- und umweltbelastenden Stoffen wie Stickoxiden (NOx) und Kohlenwasserstoffen (HC), die Atemwegserkrankungen und Allergien auslösen und an der Entstehung des Sommersmogs beteiligt sind. Unverändert problematisch aber sind die krebserregenden Rußpartikel aus Diesel-Pkws und das Benzol. Inakzeptabel ist auch, dass Lastwagen mehr Schadstoffe emittieren als die gesamte Pkw-Flotte, obwohl ihre Kilometerleistung nur einen Bruchteil der privaten Fahrten ausmacht.

In den Mittelpunkt des Interesses aber ist eine eigentlich ungiftige Substanz gerückt: Das Kohlendioxid (CO2) ist Hauptverursacher des Treibhauseffekts. Während die Industrie ihre Emissionen zwischen 1990 und 2000 um ein Drittel senkte, sind die verkehrsbedingten Belastungen in dieser Zeit um 16 % gestiegen. Der zunehmende Verkehr gefährdet damit das Ziel der Bundesregierung, den CO2-Austoß bis 2005 um 25 % gegenüber 1990 zu senken. Technik hilft dabei nicht - weder Filter noch Katalysatoren. Denn die CO2-Menge hängt direkt vom Kraftstoffverbrauch ab. Besonders belastend ist der Flugverkehr. Schon ein einziger Interkontinentalflug belastet das Klima so stark wie viele Jahre Autofahren.

Lärm macht krank
Stress, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf- sowie Magen-Darm-Erkrankungen sind die Folgen hoher Lärmbelastungen. Bei dauerhaftem Straßenlärm über 65 dB(A) ist mit einem um 20 % erhöhten Herzinfarktrisiko zu rechnen. Zum Vergleich: Lärm in dieser Lautstärke erzeugt ein Eilzug, der mit Tempo 100 km/h vorbeifährt, 55 dB(A) werden schon von einem fahrenden Pkw mit 50 km/h erreicht. Insgesamt 13 Millionen Menschen, das ist jeder Siebte, müssen in Deutschland mit diesem Lärmpegel leben. Nicht nur Schienenverkehr und Fluglärm sind für empfindsame Ohren störend. Die höchsten Lärmpegel verursachen schwere Lkw und Motorräder. Reifen- und Fahrbahngeräusche dominieren bei hohen Geschwindigkeiten. Auch hochtouriges Fahren erhöht den Lärmpegel. Ein Pkw mit 4.000 U/min ist so laut wie 32 Pkws mit 2.000 U/min.

Betroffene haben es schwer. Denn Anspruch auf Lärmschutz besteht im Wesentlichen nur bei Wohnungsneubau und der Neuplanung von Strecken. Außerdem sind die unterschiedlichen Lärmarten in einzelnen Vorschriften geregelt, ein einheitliches Gesetz zum Lärmschutz fehlt. Hilfe finden Betroffene beim Umweltbundesamt, das über Vorschriften und Ansprechpartner informiert, sowie beim Verkehrsclub Deutschland. Er stellt im Rahmen seines Anti-Lärm-Projekts auch einen Lärm-Aktions-Koffer, Messgeräte und einen Lärmrechner zur Verfügung.

Trauerspiel Verkehrssicherheit
700.000 Menschen starben in den letzten 50 Jahren auf Deutschlands Straßen, mehr als eine Großstadt wie Frankfurt/Main Einwohner hat. Auch wenn die Zahlen sinken - 7.000 Tote und eine halbe Million Verletzte im Jahr bedeuten, dass fast stündlich ein Mensch im Verkehr stirbt und jede Minute einer verletzt wird. Allein im Jahr 2002 wurden 41.000 Kinder im Straßenverkehr verletzt, 216 starben. Nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland ist der Verkehr damit das größte Risiko für Leben und Gesundheit von Kindern.

Flächenfresser Verkehr
Die Devise "Freie Fahrt für freie Bürger" hat Deutschland eine Spitzenposition beschert: 5 % beim Flächenverbrauch für den Verkehr. Länder wie Österreich und Schweden liegen deutlich unter einem Prozent und selbst die dicht besiedelten Niederlande erreichen nur 2,7 %. Der Anteil unzerschnittener, verkehrsarmer Landschaftsräume, die eine wichtige Rolle für Naturschutz und Artenvielfalt spielen, betrug Mitte der 1990er Jahre nur noch 14 % an der Gesamtfläche gegenüber 22 % zwei Jahrzehnte davor.