Fairer Handel - Konsum gegen Armut

Der Faire Handel ist wirkungsvolle Entwicklungszusammenarbeit. Daher wird er vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. Er bietet den Entwicklungsländern Hilfe zur Selbsthilfe. Kleinbauern und Produzenten schließen sich zu Produzentengruppen zusammen und nehmen als basisdemokratisch organisierte Genossenschaft am Fairen Handel teil. Sie erhalten mehr Geld für ihre Produkte als auf dem Weltmarkt und zusätzlich einen FairTrade-Aufschlag. Dadurch können sie in ihre wirtschaftliche und soziale Existenz investieren. Auf diese Weise werden sie schrittweise in den Weltmarkt integriert.

So funktioniert der Faire Handel
Der Faire Handel fördert nur Produzentengruppen und Plantagenarbeiter. Das sichert die Investitionen in soziale Infrastrukturen.

  • Die Produzentengruppen erhalten garantierte Mindestpreise für ihre Produkte. Damit können sie sowohl ihre Produktions- als auch ihre täglichen Lebenshaltungskosten decken. Ein Beispiel: Eine Kaffeekooperative in Peru erhielt 2002 für den Zentner Arábico rund 47 US-Dollar auf dem Weltmarkt. Nach Abzug der Kosten für Sortierung, Verpackung, Transport blieben rund 30 US-Dollar übrig. Die Produktionskosten lagen jedoch bei rund 80 US-Dollar. Durch den Fairen Handel bekommt die Kooperative mindestens 126 US-Dollar pro Zentner. Ein Einkommen, das den Lebensunterhalt der Familien sicherstellt und notwendige Investitionen im sozialen und ökonomischen Bereich (z. B. ein neues Lagerhaus) ermöglicht.
  • Der Faire Handel garantiert ihnen dagegen Mindestpreise, die ihnen erlauben, auch in ihre wirtschaftliche und soziale Zukunft zu investieren. Dieser Aufschlag darf nur für Gemeinschaftsprojekte verwendet werden. Die Mitglieder der Produzentengruppe stimmen basisdemokratisch über die konkrete Verwendung ab. Dabei haben sie grundsätzlich drei Möglichkeiten:
    • Direktauszahlung in Form von höheren Einkünften bzw. Löhnen 
    • Investition in Sozialprojekte wie Schulen, Apotheken, Stipendien etc.
    • Investition in die Genossenschaft, beispielsweise zur Anschaffung von Traktoren, Computern, neuen Maschinen oder in Weiterbildungsmaßnahmen.

Ob die Mittel entsprechend des demokratischen Beschlusses eingesetzt werden, wird regelmäßig von Inspektoren der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) kontrolliert und von unabhängigen Wirtschaftsprüfern testiert. Die FLO ist die Dachorganisation aller weltweit tätigen Initiativen, die das international einheitliche Fairtrade-Siegel vergeben. In Deutschland ist dies der gemeinnützige Verein TransFair e.V. in Köln.

  • Der Faire Handel läuft ohne Zwischenhändler, damit der volle Erlös direkt den Produzentengruppen zugute kommt.
  • Kinderarbeit ist illegal. Darüber hinaus müssen die Produzentengruppen sicherstellen, dass die Kernarbeitsnormen der Arbeitsorganisation IAO eingehalten werden.

Fair einkaufen - Zukunft schaffen
Wer sich für fair gehandelte Produkte entscheidet, investiert in die Sicherung von Lebensgrundlagen. Durch Ihr Einkaufsverhalten verhelfen Sie gezielt Kleinbauern und ihren Familien zu einem menschenwürdigen Leben und geben ihnen die faire Chance, sich eine Zukunft aufzubauen. Derzeit profitieren rund 4,5 Millionen Produzenten und ihre Familien in 45 Ländern vom Fairen Handel.

Beispiele für die Wirkung des Fairen Handels auf das Leben der Produzenten finden Sie hier.



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