Anbau und Verarbeitung

Bananenpflanzen werden zwischen zwei und sechs Meter hoch und sehen auf den ersten Blick wie Bäume aus. Doch ihr so genannter Scheinstamm ist nicht aus festem Holz, sondern besteht aus eng zusammengerollten Blättern. Bananenpflanzen sind daher eigentlich Stauden, die wegen des empfindlichen Scheinstammes Schutz vor starken Winden brauchen. Die Pflanze aus der Gattung Musa gehört zur Familie der Einkeimblättrigen, hat also Gemeinsamkeiten mit Gräsern, Lilien und Palmen. Und ihre Frucht ist, betrachtet man es durch die Augen der Botaniker, aufgebaut wie die uns bekannten Heidelbeeren und Gurken: Bananenfrüchte sind wissenschaftlich gesehen Beeren.

Hat die Staude ihre volle Höhe erreicht, wächst im Inneren des Scheinstamms der Blütenstand heran. An der großen Blütendolde entstehen während des weiteren Wachstums die Bananenfrüchte in Büscheln. Jedes Büschel besteht aus etwa 14 bis 18 Bananenhänden, die wiederum aus 10 bis 20 Fingern - den einzelnen Bananenfrüchten - zusammengesetzt sind. Vom arabischen Wort für Finger (banan) leitet sich auch der Name der Pflanze ab. Zwischen 35 und 50 kg wiegt ein solches Büschel, das aus bis 200 Einzelfrüchten bestehen kann, bei der Ernte. Geerntet werden die Bananenbüschel am Ende der Wachstumsperiode - dann sind die Bananen noch grün, haben sich aber schon dem Licht entgegen nach oben gekrümmt. Erst diese Trennung von der Bananenpflanze, mit der auch die Nährstoffzufuhr abbricht, setzt in den Früchten den Prozess in Gang, bei dem aus Stärke Zucker wird. Blieben die Früchte an der Pflanze, würde sich weniger Zucker in ihnen bilden und sie würden noch an der Pflanze aufplatzen. Aus diesem Grund werden Obstbananen auch für den Eigenbedarf in den Anbauländern grün geerntet.

Bei Ende der Wachstumszeit werden die Fruchtstände von der Pflanze abgeschlagen und zur Packstation transportiert. Hier werden die Früchte auf Größe, Durchmesser, Färbung, Krümmung usw. kontrolliert - nur Früchte, die makellos sind und den strengen Vorgaben der Abnehmer entsprechen, werden für den Transport vorbereitet. Dafür werden die Bananenbüschel vom Fruchtstand getrennt und gewaschen, damit nicht während des Transports Pflanzensaft austritt und Flecken auf den Schalen verursacht. Die großen Büschel werden zu kleineren "Händen" mit sechs bis zehn Früchten zerteilt, die wir aus dem Handel kennen. Schließlich werden die so vorbereiteten Bananen in Kisten zu etwa 18 kg verpackt. Zwischen dem Abschlagen der Fruchtstände und dem Einpacken in die Transportkisten darf nur wenig Zeit vergehen, damit die Früchte nicht schon vorzeitig mit dem Reifen beginnen.

Die Bananen werden in Kühlschiffen in die Abnehmergebiete gebracht. Ein solches Schiff fasst etwa 200.000 Kisten der empfindlichen Früchte. Zwei Tage dauert das Beladen der Schiffe. Um vorzeitiges Reifen zu verhindern, werden alle anderen Arbeitsschritte auf diese beiden Tage ausgerichtet. Erst innerhalb dieser Zeit erfolgen Ernte, Waschen und Verpackung.

Bananenpflanzen tragen nur ein einziges Mal Früchte. Danach sterben sie ab. Im Falle der kultivierten Zuchtbananen entwickeln sich in den Früchten keine vermehrungsfähigen Samen. Die Pflanzen bilden Schösslinge, aus denen neue Bananenstauden heranwachsen (vegetative Vermehrung). Diese Triebe werden von der Mutterpflanze getrennt und neu angepflanzt, je nach klimatischen Verhältnissen dauert es vom Einpflanzen bis zur Ernte zwischen sieben und 15 Monaten.

In mehr als dreißig Ländern der Erde werden Bananen angebaut. Zu den größten Exporteuren gehören Ecuador, Kolumbien, Panama und Costa Rica. Aber auch in Nicaragua, Haiti, Ghana, Somalia und vielen anderen Ländern werden Bananen kultiviert. Einige Bananenregionen gehören so gar zur Europäischen Union: So werden auch auf den Kanarischen Inseln (Spanien), auf Madeira und den Azoren (Portugal), auf Kreta und in Lakonien (Griechenland), in Martinique und Guadeloupe (Frankreich) Bananen angebaut. Die meisten Länder bauen die Pflanzen für den Eigenbedarf an, nur wenige exportieren Bananen. Die Europäischen Regeln für den Import von Bananen machen den Export zudem für die verschiedenen Länder unterschiedlich leicht.

In den meisten Ländern werden Bananen nach konventionellen Methoden angebaut. Inzwischen etabliert sich jedoch auch der ökologische Bananenanbau. Diese Anbauform hat Vorteile für die Gesundheit der Menschen und ihrer Umwelt. Aber auch die geschmackliche Qualität der Bananen wird durch die Anbauform ebenso stark beeinflusst, wie durch die Sorte und die Bedingungen während der Nachreife und Lagerung.