Bananen aus Fairem Handel

In der langen Kette vom Bananenschössling bis ins hiesige Obstangebot sind die Arbeiter auf den Bananenplantagen das schwächste Glied. Sie tragen die gesundheitlichen Risiken und sind abhängig von den geringen Löhnen für ihre schwere Arbeit. Die Ausbeutung der ökologischen Ressourcen durch den intensiven Anbau der Früchte trifft sie unmittelbar. Alternativen bietet ihnen der Faire Handel. 

Bananenbauern, die sich dem Fairen Handel angeschlossen haben, verkaufen ihre Früchte an Partnerorganisationen und Unternehmen zu einem garantierten Mindestpreis, der für jedes Land die Markt- und Produktionsbedingungen berücksichtigt. Dieser Mindestpreis deckt in jedem Fall die Produktions- und Lebenshaltungskosten der Erzeuger. Die konkrete Höhe wird von der internationalen Dachorganisation des Fairen Handels (Fair Trade Labelling Organizations International, FLO) in Absprache mit ihren nationalen Mitgliedsorganisationen und den Produzenten festgelegt.

Zusätzlich zum Mindestpreis, erhalten die Produzenten für jede in den Fairen Handel verkaufte Kiste Bananen einen Fairtrade-Aufschlag. Er dient der Finanzierung gemeinschaftlicher Projekte, zum Beispiel Bildungs- oder Gesundheitsprojekte, die Verbesserung der Infrastruktur oder die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.

Ein weiteres wichtiges Merkmal fairer Handelsbeziehungen sind langfristige Lieferverträge. Die Abnehmer der Früchte, die sie nach und in Europa mit den Gütesiegeln des Fairen Handels verkaufen, verpflichten sich auf längere Zeit zur Abnahme bestimmter Mengen. Zusammen mit dem garantierten Mindestpreis schafft dies für die Bauern eine Planungsgrundlage für ihr Unternehmen.

Die Bananenplantagen und Kleinbauerngenossenschaften, die für den Fairen Handel produzieren, müssen ihrerseits bestimmte soziale und ökologische Bedingungen einhalten. Sie sind politisch unabhängig und demokratisch organisiert. Sie weisen regelmäßig nach, dass die Entscheidung über die Verwendung der Mehrerlöse aus dem Fairen Handel demokratisch und gemeinschaftlich getroffen werden. Die Betriebe sind verpflichtet, arbeitsrechtliche und soziale Mindeststandards einzuhalten. Dazu gehören zum Beispiel die Bereitstellung von Schutzkleidung, feste Arbeitsverträge, geregelte Pausenzeiten und bezahlte Überstunden. Zwangs- und Kinderarbeit sind verboten. Maßnahmen zum Schutz der Gewässer und der Böden vor Erosionen sind ebenfalls obligatorisch. Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden wird auf das unbedingt notwenige Maß beschränkt, beim Umgang mit den giftigen Chemikalien werden besondere Schutzmaßnahmen ergriffen.

In Genossenschaften sind selbstständige Bauern mit eigenem Land zusammengeschlossen. Für Plantagen, auf denen Arbeiter gegen Lohn für einen bestimmten Eigentümer arbeiten, gelten im Fairen Handel zusätzliche Regeln. 

Die Erzeugerorganisationen, Importeure und Händler, die Bananen nach den Richtlinien des Fairen Handels herstellen bzw. vermarkten, sind bei der FLO registriert. Die Abnehmer, die fair gehandelte Bananen nach und in Europa verkaufen, sind verpflichtet, die Ware ausschließlich bei Erzeugern einzukaufen, die bei der FLO als Partner registriert sind. Heute arbeiten Erzeuger in Afrika, Lateinamerika und in der Karibik unter fairen Bedingungen.

Die meisten Produzenten des Fairen Handels handeln mit Frischfrüchten. Einige stellen inzwischen allerdings auch Fruchtpüree für die Saftindustrie her. 

Für fair gehandelte Bananen gibt es zwei wichtige Organisationen:


BanaFair e.V. ist seit 1986 auf den Import und die Vermarktung fairer Bananen spezialisiert. Der Verein arbeitet mit Kleinproduzenten in Lateinamerika und der Karibik zusammen, die ihre Ware auf diese Weise unabhängig von den großen Fruchthandelskonzernen nach Europa exportieren können.

 

Die unabhängige Siegelorganisation TransFair e.V. vergibt das TransFair-Siegel, an dem Sie beim Einkauf die fairen Bananen auf einen Blick erkennen. Sind die Früchte außerdem noch ökologisch angebaut, tragen sie zusätzlich das Bio-Siegel.