Faire Produzenten in der Dominikanischen Republik

Banelino
Finca 6
APROBATA


Banelino
Die Dachorganisation Bananos ecologicos de la linea noroeste (Banelino) ist ein Zusammenschluss dreier Produzentenorganisationen, die Bio-Bananen anbauen. Als Dachorganisation unterhält Banelino die Beziehungen zu Importeuren und Handelsgesellschaften und verhandelt im Namen seiner Mitglieder über Preise, Mengen, Vertragsbedingungen und Qualitätsabforderungen. Das Hauptziel der Organisation ist die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation seiner Mitglieder. Dafür werden gemeinsam mit den Mitgliedern Lösungen für Probleme in der Produktion, Ernte, Verschiffung Infrastruktur und Ausbildung gesucht. Banelino fördert die Solidarität und Unterstützung der Mitglieder untereinander und stellt den Kontakt zur FLO her.

Die Organisation kauft Grundstücke, um sie ihren Mitgliedern zu günstigen Zahlungsbedingungen anzubieten. Die Bananenbauern von Banelino erhalten zudem Beratungen zum Anbau und können günstige Keinkredite in Anspruch nehmen. Die Organisation übernimmt einen Teil ihrer Sozialversicherungsbeiträge. Durch den Zusammenschluss konnten die Kleinbauern von Banelino ihre Verhandlungsmacht im Bananenhandel deutlich verbessern. Gemeinsam ernten sie genug Bananen in hoher Qualität, um sie auch langfristig über den Fairen Handel in Europa verkaufen zu können.


Finca 6
Die Bananenbauern von Finca 6 haben einen weiten Weg hinter sich. Bis zum Anfang der 1990er Jahre waren sie arme Bergbauern, die in erster Linie Grundnahrungsmittel für den Eigenbedarf anbauten. Lediglich durch den unregelmäßigen Verkauf von Kaffee konnten sie Geld verdienen. Aus Not, die durch stetig sinkende Kaffee-Preise entstand, begannen sie, den umliegenden Urwald abzuholzen und Holzkohle zu verkaufen. Der Wald stand unter Naturschutz und so trat schließlich die Militärpolizei auf den Plan. Die Bauern wurden auf eine ehemalige staatliche Versuchsfarm umgesiedelt.

Die 250 Familien schlossen sich zur Genossenschaft "Finca 6" zusammen und begannen, Bananen unter ökologischen Bedingungen anzubauen und über den Fairen Handel zu vermarkten. Als 1998 der Hurrikan George die Dominikanische Republik schwer verwüstete, wurden auch die Anpflanzungen der Finca 6 zerstört. Monatelang lebten die Bauern von Krediten, bis sie mit Hilfe der europäischen Fairhandelsorganisationen die Schäden beseitigt hatten und neue Ernten verkaufen konnten. Die Mehreinnahmen, die sie im Fairen Handel erhalten, investieren die Bananenbauern von Finca 6 in den Ausbau der Infrastruktur für die Gemeinschaft. So ist etwa eine eigene Gesundheitsstation und die Verbesserung der Trinkwasserversorgung geplant. Zudem will die Genossenschaft einen Fonds einrichten, aus dem Mitgliedern in Notfällen finanziell geholfen werden kann.


APROBATA
Etwa 250 Kleinbauernfamilien sind in der "Vereinigung der Produzenten von Bio-Bananen Los Tainos" zusammengeschlossen. Auf einer Fläche von 240 ha bauen sie Bananen nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus an. Da die Nachfrage aus Europa stark schwankt, sind auch die Einkommen der Produzentenfamilien unterschiedlich hoch. Damit alle Familien stets wenigstens ein kleines Einkommen haben, einigten sich die Mitglieder der Genossenschaft darauf, die jeweils zu bedienende Exportmenge gerecht unter allen zu verteilen: Kleinere Bauern können in einer Zeit schwacher Nachfrage so unter Umständen einen größeren Anteil ihrer Ernte verkaufen, als größere. Der Faire Handel sichert den Kleinbauernfamilien von Aprobata den Absatz ihrer Bio-Bananen. Die europäischen Fairhandelsorganisationen unterstützten die Bauern auch nach dem 1998 ein Hurrikan die Anpflanzungen vernichtet hatte. Auch beim Erschließen neuer Absatzwege und damit der Verwirklichung dauerhaft höherer Einkommen helfen die europäischen Handelspartner.