Häufige Fragen

Was sollte ich beim Bananenkauf beachten?
Sind Bio-Bananen immer auch fair gehandelt?
Sind faire Bananen immer aus ökologischer Erzeugung?
Woran erkenne ich Bananen aus Fairem Handel?
Wo kann ich Bio-Bananen aus Fairem Handel kaufen?
Wie stark sind Bananen mit Pestizid-Rückständen belastet?
Gibt es gentechnisch veränderte Bananen?
Stimmt es, dass Bananen immer unreif geerntet werden?
Was hat es mit den Bananen auf sich, die in vielen Städten als immer gleiches Graffiti an Häuserwänden prangen?
Was sind eigentlich Bananenrepubliken?


Was sollte ich beim Bananenkauf beachten?
Für den Geschmack und die Lagerfähigkeit ist die Farbe der Schale der wichtigste Hinweis. Bananen, deren Schale noch grüne Stellen zeigen, sind noch nicht ganz reif. Sie sind fest und nur zartsüß. In Gegenwart reifer Äpfel können sie im Obstkorb zu Hause noch ein paar Tage lagern und nachreifen. Ganz gelbe Früchte sind vollreif und süß. Sie sollten in Kürze gegessen werden. Zeigen sich auf der Schale braune Flecken, sind die Bananen sehr süß - 20 % Zucker und mehr sind dann enthalten. Das typische Bananenaroma ist sehr ausgeprägt. Solche Bananen werden schnell weich und sollten zu Hause nicht mehr liegen.


Sind Bio-Bananen immer auch fair gehandelt?
Leider nicht. Der ökologische Anbau von Bananen ist auch für Bananenbauern und Plantagen außerhalb des Fairen Handels eine gute Alternative. Immer mehr stellen daher um und vermarkten ihre ökologisch erzeugten Früchte in Europa, den USA und Japan. Das minimiert die Gesundheitsgefahren für die Bananenarbeiter erheblich, ist jedoch noch kein Fairer Handel. Gewerkschaftsfreiheit, langfristige Arbeitsverträge, faire Mindestpreise für die Erzeugnisse, das Verbot illegaler Kinderarbeit und Arbeitsschutzmaßnahmen sind kein selbstverständlicher Teil des ökologischen Anbaus. Ökologische Bananen erkennen Sie an der Bezeichnung "Bio" bzw. "öko", am Bio-Siegel oder dem Zeichen eines ökologischen Anbauverbandes wie Demeter oder Naturland. Faire Bananen tragen zusätzlich das TransFair-Siegel oder das Zeichen von BanaFair.


Sind faire Bananen immer aus ökologischer Erzeugung?
Heute produzieren elf der 18 international registrierten Fair-Handels-Projekte im Bananenanbau nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Es ist zu erwarten, dass irgendwann fair auch immer bio ist. Bis dahin gibt es in anderen Staaten auch noch faire Bananen, die nicht ökologisch erzeugt worden sind. Die Partner von BanaFair haben die Umstellung auf Bio-Anbau aber schon heute vollständig geschafft. Auch die Bananen mit dem TransFair-Siegel sind derzeit alle in Bio-Qualität. Sie erkennen das beim Einkauf an der Bezeichnung Bio, dem Bio-Siegel oder den Zeichen der ökologischen Anbauverbände (Naturland und demeter).

Im Fairen Handel wird der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und Düngemitteln grundsätzlich auf das geringstmögliche Maß begrenzt, um die natürliche Lebensgrundlage der Menschen zu erhalten und ihre Gesundheit zu schützen. Die vollständige Umstellung auf ökologische Landwirtschaft dauert jedoch sehr lange und kostet viel Geld. Sie kann daher nicht in allen Kleinbauernorganisationen, die unter fairen Bedingungen arbeiten, vorausgesetzt werden. Da der ökologische Anbau aber neue Absatzwege erschließt und zudem im Fairen Handel mit einem zusätzlichen Preisaufschlag belohnt wird, haben sich viele Kooperativen für die Umstellung auf Bio-Anbau entschieden oder sind auf dem Weg. Sie werden dabei von den Abnehmern und Zertifizierungsorganisationen des Fairen Handels unterstützt.


Woran erkenne ich Bananen aus Fairem Handel?
Bananen aus Fairem Handel tragen das TransFair-Siegel. In und Naturkostgeschäften finden Sie zudem auch Früchte, die das Logo des Importeurs BanaFair tragen. Auch diese sind aus Fairem Handel.


Wo kann ich Bio-Bananen aus Fairem Handel kaufen?
Bananen aus Fairem Handel finden Sie in den Weltläden, Reformhäusern, Naturkostläden und den Filialen von Edeka Südwest (im Sortiment der Bio-Eigenmarke Bio-Wertkost), Kaiser′s Tengelmann (unter der Marke Naturkind), Walmart (unter der Marke Ökofrucht), Coop Kiel sowie Dohle Hit. Achten Sie dabei auf das TransFair-Siegel oder das Logo des fairen Importeurs BanaFair.

Dass die fairen Früchte auch Bio-Bananen sind, erkennen Sie an der Bezeichnung Bio- oder Öko sowie am Bio-Siegel oder den Zeichen der ökologischen Anbauverbände Naturland oder Demeter. Die Partnerorganisationen von BanaFair arbeiten nach ökologischen Kriterien und TransFair siegelt derzeit ebenfalls nur Bio-Bananen. Die Früchte mit diesen Zeichen sind also wirklich öko-fair. Im Sortiment der Weltläden finden Sie auch süße und herzhafte Bananenchips sowie den Fruchtsaft Batida del mundo, in dem öko-faires Bananen-Püree verarbeitet wird.


Wie stark sind Bananen mit Pestizid-Rückständen belastet?
Zwei Drittel der Pflanzenschutzmittel die in so genannten Entwicklungsländern zur Anwendung kommen, werden beim Anbau von Kaffee, Tee, Zucker, Baumwolle und tropischen Früchten wie eben der Banane eingesetzt. All diese Pflanzen sind für den Export in Industrieländer bestimmt. Sie müssen ihre weite Reise daher makellos und unverdorben überstehen. Die Plantagen werden viele Male im Jahr aus der Luft und auf dem Boden mit unterschiedlichsten chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt. Der größte Teil dieser Substanzen bleibt in den Anbauregionen zurück: In den Böden und Gewässern aber auch auf umstehenden Pflanzungen. Umwelt- und Gesundheitsschäden bleiben in den Ländern, die Bananen exportieren.

Die Pflanzenschutzmittel, denen Bananen ausgesetzt sind, wirken vor allem von außen. Sie werden auf die Pflanzen gesprüht oder direkt auf die Fruchtstände. Die dicke Schale der Früchte fängt den größten Teil ab. Daher ist das Fruchtfleisch der gelben Früchte in der Regel nur gering mit Rückständen belastet. Es empfiehlt sich aber, beim Schälen der Früchte vorsichtig zu sein. Vermeiden Sie es, nacheinander die Schale und das Fruchtfleisch zu berühren. Bei der Zubereitung von Obstsalat und ähnlichem empfiehlt es sich, sich zwischen dem Schälen und der weiteren Verarbeitung die Frucht die Hände zu waschen.

Bananen aus ökologischer Landwirtschaft werden überhaupt nicht mir konventionellen Pestiziden behandelt, so dass sie weder auf der Schale noch im Fruchtfleisch Rückstände aufweisen. Sie sind daher die gesündere Alternative - auch für die Bananenarbeiter in den Herkunftsländern.


Gibt es gentechnisch veränderte Bananen?
Bisher gibt es keine genetisch veränderten Bananen. Allerdings wird intensiv daran geforscht. Von den über 1.000 Bananensorten wird vor allem die Cavendish international gehandelt. Sie ist die Normbanane. Sie prägt unsere Vorstellung davon, wie Bananen auszusehen und zu schmecken haben. Seit Jahrzehnten wird sie vermehrt, in dem die Schösslinge der Mutterpflanze aufgezogen werden. Bei dieser Form der Vermehrung findet kein Austausch von Genen statt, so dass die Pflanzen genetisch alle gleich und anfällig für Krankheiten sind. Der weit verbreitete Anbau in großen Monokulturen tut ein Übriges - in solchen artenarmen Flächen vermehren sich Krankheitserreger sehr schnell. Lange Zeit begegnete man diesem Problem durch immer neue und stärkere Pflanzenschutzmittel, was fatale Folgen für Menschen und Umwelt mit sich brachte. Züchtungsversuche, mit denen durch die Kreuzung verschiedener Sorten widerstandsfähige Bananen gezüchtet werden sollten, veränderten die Früchte auch in Aussehen und Geschmack - das lehnt der Handel im Namen von Verbraucherinnen und Verbrauchern aber ab. Daher wird seit einiger Zeit intensiv nach Möglichkeiten geforscht, die Pflanze durch gentechnische Veränderungen mit einer Resistenz gegen bestimmte Krankheitserreger auszustatten. Auch an genetischen Veränderungen, die die Reife der Früchte verzögert, wird geforscht. Ein drittes großes Feld sind die so genannten Impfbananen: Wissenschaftler hoffen, durch genetische Veränderungen irgendwann bestimmte Impfstoffe direkt in der Banane entstehen lassen zu können. Da die Früchte in vielen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln zählen und auch von Kindern gern gegessen werden, erhoffen sich die Forscher einen besseren Schutz der Menschen. Geforscht wird unter anderem an Bananen gegen Hepatitis B, Gelbsucht, Cholera, Kinderlähmung, Masern und Durchfallerkrankungen.

Bisher gab es vier Freisetzungsversuche mit Bananesorten, die pilzresistent sein sollten, in Mexiko und Costa Rica. Von einer Marktzulassung sind alle Veränderungen aber noch weit entfernt. Mehr Informationen zur Gentechnik in Lebensmitteln finden Sie unter http://www.transgen.de/.


Stimmt es, dass Bananen immer unreif geerntet werden?
Ja. Die Früchte entwickeln erst dann die charakteristische Süße und das typische Aroma, wenn sie von der Pflanze getrennt sind. Bleiben sie am Fruchtstand, bildet sich weniger Zucker und die Bananen platzen auf und verderben. Aus diesem Grund werden die Früchte sowohl für den Verzehr in den Herkunftsländern als auch für den Export grün geerntet. Da die Reife schnell nach der Trennung des Fruchtstandes von der Pflanze einsetzt, werden Exportfrüchte sehr schnell in Kühlschiffe verpackt. Hier wird der Reifeprozess durch Temperaturen bei 13,3 °C und gute Lüftung aufgehalten. Erst in den Reifelagern im Bestimmungsland herrschen dann optimale Temperaturen, so dass die Bananen gelb, und süß in den Handel gelangen.


Was hat es mit den Bananen auf sich, die in vielen Städten als immer gleiches Graffiti an Häuserwänden prangen?
Das berühmte Bananen-Graffiti entdecken aufmerksame Spaziergänger zum Beispiel in Köln, Berlin, Stuttgart, Krefeld, Zürich oder Düsseldorf. So unterschiedlich auch die Städte sein mögen, die vielen Bananen haben alle etwas gemeinsam. Sie schmücken die Eingangsbereiche von Orten, an denen Kunst gezeigt oder gemacht wird, wie etwa Galerien, Museen oder Kunstvereine. Dahinter steckt Thomas Baumgärtel, der als Maler, Sprayer und Aktionskünstler seit 1986 die Banane als Qualitätsmerkmal vergibt. Die Banane ist für ihn das Sinnbild einer verzerrten, nicht ganz eindeutigen - krummen - Wahrnehmung, mit dem er Orte kennzeichnet, an denen aus seiner Sicht etwas Besonderes, Neues mit der Kunst geschieht. Anfangs galt die Bananen als Sachbeschädigung und es gab Strafanzeigen wegen der Graffitis. Nach und nach wurde das kleine, gesprühte Bild jedoch zur begehrten Auszeichnung.


Was sind eigentlich Bananenrepubliken?
Das geflügelte Wort wird im Zusammenhang mit kleinen Staaten verwendet, die vom Export nur sehr weniger, meist agrarischer Rohstoffe und von ausländischem Kapital abhängig sind und in denen sich ausländische Firmen offen und entscheidend in die Regierungspolitik einschalten. Ihren Ursprung hat diese Bezeichnung tatsächlich in der historischen und gegenwärtigen Struktur des Bananenhandels. Schon Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts kauften die großen, international tätigen Fruchthandelsunternehmen riesige Flächen in Lateinamerika, um darauf Bananenplantagen anzulegen. Den Unternehmen gehörten damit nicht nur große Teile des Staatsgebietes dieser Länder. Sie bauten auch die Infrastruktur für die Vermarktung der Früchte auf und verlegten Schienen und Telefonleitungen, ihnen gehörten Häfen und Eisenbahnlinien. Damit war ihre wirtschaftliche Macht in diesen Ländern so groß, dass sie aktiv und offen deren Politik mitbestimmten. Auch wenn Dole, Chiquita, Del Monte und Fyffes nicht mehr in allen Staaten eigene Bananenplantagen unterhalten, haben sie doch nach wie vor enorme wirtschaftliche Macht in den Ländern, die vom Bananenexport leben. Viele Regierungsentscheidungen sind daher direkt oder indirekt im Interesse der Fruchthandelskonzerne. Abhängigkeiten wie im Bananenhandel bestehen auch in anderen Ländern für andere Rohstoffen und haben ähnliche wirtschaftliche und politische Folgen. Daher ist der Begriff Bananenrepublik heute nicht mehr nur auf die bananenexportierenden Staaten beschränkt.