Öko-faire Datteln

Die Fairhandelsgesellschaft Gebana vertreibt in Kooperation mit ihrer Schwesterfirma Gebana Maghreb Datteln der Sorte "Deglet Nour". Die Früchte stammen aus Tunesien und werden in Oasen an einem Salzsee am nördlichen Rand der Sahara ökologisch und traditionell angebaut. In den Palmengärten der Kleinbauern wird jeder Quadratmeter des kostbaren, bewässerten Bodens als Anbaufläche genutzt und im Schatten der Palmen gedeihen Feigen, Granatäpfel und andere an die Trockenheit angepasste Nutzpflanzen. Das knappe Wasser verwalten die Dattelbauern gemeinsam und stellen so den sparsamen Umgang mit dem kostbaren Nass sicher. Jeder der etwa einen Hektar großen Oasengärten ist an ein verzweigtes Kanalsystem angeschlossen und jede der 50 bis 100 Palmen darin wird etwa alle drei Wochen gewässert. Obwohl die Bauern sparsam mit ihrem Wasservorkommen umgehen, schwindet die Grundwasserreserve dennoch weil die Anbauflächen zu stark ausgedehnt werden und weil in der Nähe ein Golfplatz angelegt wurde.

Die Region lebt vom Dattelanbau, aber wechselnde Erträge lassen die Einkünfte der Bauern stark schwanken. Gebana Maghreb zahlt ihren rund 80 Dattelbauern, von denen jeder jährlich zwischen fünf und zehn Tonnen Datteln erwirtschaftet, stabile, kostendeckende Preise und schließt Zwischenhändler von dem Geschäft aus. Sollte der Weltmarkt- über dem Garantiepreis liegen, wird der höhere Preis gezahlt. Damit die Einnahmen der Bauern unabhängig von der effektiv erzielten Erntemenge sind, nimmt Gebana Maghreb die Datteln "par pied", also je Palme, ab. Den Bauern werden so auch Früchte zweiter Wahl abgenommen, die später aussortiert werden. Außerdem erhalten die Bauern bei Bedarf Vorfinanzierungen und sind mit langfristigen Lieferverträgen abgesichert. Darüber hinaus gibt es einen Sozialaufschlag über deren Verwendung die Kooperative frei entscheiden darf.

Die Bauern von Gebana Maghreb erzielen für ihre Früchte außerdem etwa sieben Cent je Kilo mehr, weil es Biodatteln sind. Das bedeutet, dass sie im Anbau auf Kunstdünger und Herbizide verzichten, was die Ressourcen der Oasenwirtschaft schont. Mehrmals im Jahr überprüfen Kontrolleure, ob die Dattelbauern die Standards der Biorichtlinie einhalten. Sie machen sich auch darüber ein Bild, wie zweckmäßig mit dem Ziegen- und Schafsmist als Dünger umgegangen wird und geben Tipps zum ökologischen Anbau.    

Die frisch geernteten Dattelrispen werden nach Kebili gebracht, wo sie verlesen, gewaschen und in einem Ofen von Insekten befreit werden. Auf Kundenwunsch entsteinen rund 100 Angestellte die Früchte bevor sie sie für ihre große Reise nach Europa verpacken. Verbraucher schätzen an den Gebana-Biodatteln den naturbelassenen Genuss ohne künstliche Zusätze, wie den klebrigen Überzug aus Glukosesirup, mit dem die meisten Datteln im konventionellen Handel überzogen werden. Das zeigt sich an der verkauften Menge, die zwischen Saison 2005 und 2007 auf das Dreieinhalbfache wuchs: aus 100 exportierten Tonnen wurden 350.