Wie ein Palmengarten ensteht

Es gibt drei Möglichkeiten, Dattelpalmen anzubauen: traditionelle Methoden sind das Aussäen von Samen und das Anpflanzen von Sprösslingen. Eine jüngere Methode ist die Mikrovermehrung mit klassischer Biotechnologie.

Vergleicht man die drei Möglichkeiten der Dattelpalmenvermehrung, schneidet die Aussaat agrarökonomisch am schlechtesten ab. Das liegt vor allem daran, dass Dattelpalmen zweihäusig sind und entweder als weibliche Pflanzen Früchte tragen können oder als männliche lediglich Pollen bilden. In einem Dattelhain ist eine Überzahl an weiblichen Pflanzen wünschenswert, aber bei der Aussaat ist die Hälfte der Jungpflanzen männlich. Um die meisten von ihnen auslesen zu können, muss man warten, bis die Pflanze Geschlechtsmerkmale zeigt und das kann mehrere Jahre dauern. Hinzu kommt, dass weibliche Saatpalmen oft Früchte schlechterer Qualität tragen als Palmen, die der natürliche Klon einer ertragsstarken Mutterpflanze sind.

Viele Dattelbauern vermehren ihre Palmen mit Ablegern, also natürlichen Klonen, die aus dem Stamm der Mutterpflanze austreiben. Solche Klone haben genau das gleiche Erbgut wie die erwachsene Palme und somit alle ihre guten Eigenschaften. Ein Palmenableger trägt mehrere Jahre früher Datteln, als Palmen, die aus Samenkörnern gezogen wurden. Bis ein Schössling von der Mutterpflanze getrennt werden kann, muss man ihn allerdings sechs bis sieben Jahre lang gedeihen lassen. Für eine massenhafte Ausbreitung eignet sich das Verfahren nicht, weil Palmen nur in den ersten beiden Lebensjahrzehnten insgesamt lediglich 20 bis 30 Ableger bilden.

Bei der dritten Methode, der Mikrovermehrung, werden besonders kräftige und leistungsstarke weibliche Palmen oder männliche mit herausragender Pollenqualität vegetativ vermehrt. Dazu werden einer erwachsenen Pflanze beispielsweise neue Triebe abgeschnitten, die auf Nährböden dazu gebracht werden, weitere Sprosse zu bilden und so immer weiter kopiert werden. Aus nur einer Mutterpalme könnten so beliebig viele Klone hergestellt werden. Schließlich wird den Schösslingen ein Hormon verabreicht, das sie dazu anregt, Wurzeln auszubilden und danach werden sie in einer Gärtnerei aufgepäppelt. Die Mikrovermehrung findet unter laborartigen Bedingungen statt.

Eine Schwierigkeit im Dattelanbau sind nährstoffarme Böden. Aus der Luft kann sich die zähe Dattelpalme nicht alle Nährstoffe herausziehen, die sie braucht. Sie ist auch auf Spurenelemente aus dem Boden angewiesen, wo sie beispielsweise Kalzium, Magnesium, Kupfer und Eisen aufnimmt. Zwar braucht der Boden Dünger, aber der muss nicht künstlich sein. Die Düngung des Bodens mit künstlichen Mitteln ist besonders in Großplantagen üblich, wo Jungpflanzen möglichst schnell aufwachsen sollen, damit sie früher in ihre Hochleistungsphase eintreten. Künstlicher Dünger schädigt die natürlichen Ressourcen wie Boden und Wasser, die in Oasen besonders knapp sind. Eine steigende Zahl Kleinbauern düngt deswegen lieber mit Mist als mit Kunstdünger.