Höhere Erträge mit künstlicher Befruchtung
Eine Besonderheit des Dattelanbaus ergibt sich aus der Zweihäusigkeit der Pflanze: Dattelpalmen haben entweder nur weibliche Blüten, die Früchte bilden können, oder nur männliche Blüten, die den Pollen bereitstellen. Auf natürliche Art bestäuben Wind, Bienen oder andere Insekten die weiblichen Blüten. Aber in den meisten Dattelpalmenanlagen hilft man der Natur nach.
Schon vor mehr als 3.000 Jahren erkannten die Menschen, dass die Dattelernte reicher ist, wenn der Pollen künstlich in die Nähe der weiblichen Blüten gebracht wird. Denn auf diese Weise braucht man viel weniger männliche Pflanzen, was Wasser und Platz spart - wertvolle Ressourcen, die für weibliche Palmen frei werden. Heute wachsen in vielen Dattelhainen nur noch sehr wenige männliche Palmen mehr und ein Verhältnis von einer männlichen auf 50 weibliche Pflanzen ist üblich.
Es gibt verschiedenen Methoden der künstlichen Befruchtung. Üblich ist es, dass zwei bis drei männliche Blütenstränge zwischen den weiblichen platziert werden, nachdem etwas Pollen über dem Blütenstand ausgeschüttelt wurde. Oder die weiblichen Blüten werden bestäubt, indem sie mit Baumwolltupfern berührt werden, die mit getrockneten Pollen getränkt sind. Der trockene Pollen kann zudem mit einem Zerstäuber auf die Blüten gesprüht werden. In Gegenden wie Kalifornien, wo Arbeitskräfte relativ teuer sind, spart man sich das Erklettern der Palme und die weiblichen Blüten werden mit einem Zerstäuber vom Boden aus befruchtet. Wenn es unabhängig von der Wahl der Methode gelingt, 60 bis 70 Prozent der Blüten zu bestäuben, sind die Aussichten für eine reiche Ernte gut.
Bauern haben auch die Möglichkeit, Pollen zuzukaufen. Denn der trockene Blütenstaub ist sehr haltbar und mehrere Jahre lang "zeugungsfähig". Schon seit Jahrtausenden kam der Pollen der Dattelpalmen als Handelsgut weit herum. Heute gibt es Unternehmen, die sich auf Dattelpalmenpollen spezialisiert haben, mit dem besonders gute Früchte erzielt werden können.








