Verwertung von Palme und Datteln

Weil sie von Wind und Sonne schützen, verbessern Dattelpalmen allein durch ihre Anwesenheit das Leben der Oasenbewohner. Und auch sonst ist die Dattelpalme ein rundum brauchbares Gewächs: Nach arabischer Vorstellung sind Datteln und Palme auf so viele Arten nützlich wie es Tage im Jahr gibt. Tatsächlich scheint die Dattelpalme eine botanische Version der eierlegenden Wollmilchsau zu sein.

Aus den Palmwedeln werden zum Beispiel Zäune, Matten oder Körbe geflochten und man macht Besen aus ihnen, einfache Hütten oder verfüttert sie ans Vieh. Sind die Blätter noch jung, können sie als "Palmkohl" wie Gemüse verzehrt werden. Aus den Fasern der Blattstiele werden zum Beispiel Bürsten, Säcke oder Seile. Mit den Stämmen werden Dächer konstruiert, Brunnen oder Brücken gebaut. Oder sie dienen als Brennmaterial. Aus den Stämmen älterer Palmen wird ein graugrüner Saft gezapft, den man als "Lagmi" frisch trinken oder zu Palmwein vergären kann. Dem Vieh schmecken die zerschroteten und eiweißhaltigen Dattelkerne, die aber auch als Kaffeeersatz herhalten können. Da die Steine zu acht bis zehn Prozent aus Öl bestehen, kann ihnen ebenso gut Dattelöl abgepresst werden.

Auch die Verwendungsmöglichkeiten der Datteln selbst sind so vielseitig wie die Geschichten aus "Tausendundeine Nacht". In ihrer Heimat werden Datteln meist frisch gepflückt gegessen. Aber sie halten sich nicht lange, weswegen im Export getrocknete Datteln üblich sind. Wegen des hohen Zuckergehalts konservieren sich die Früchte beim Trocknen selbst. Aus Datteln wird Sirup gemacht, Mehl, Wein, Paste, Saft, Essig, Schnaps und Süßspeisen wie Eis. Sehr stärkehaltige Sorten werden zusammengepresst und wie Brot gegessen, weshalb man Datteln auch das "Brot der Wüste" nennt.