Faire und ökologische Alternativen

Tropische Früchte und daraus hergestellte Produkte werden vielfach von Kleinbauern in den so genannten Entwicklungsländern produziert. Mit der Landwirtschaft bestreiten die Bauern den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien. Doch oft reichen die Einnahmen nicht für das Nötigste. Denn weil die Früchte sensibel und die Transportmöglichkeiten beschränkt sind, haben die Bauern häufig nicht die Wahl, an welche Verarbeitungs- und Exportbetriebe sie ihre Früchte verkaufen. Sie sind abhängig von einem Unternehmen bzw. nur wenigen Zwischenhändlern. So erhalten die Bauern meist einen viel zu geringen Lohn für ihre Arbeit.

Auch die Pflückerinnen und Pflücker, die auf den großen Obstplantagen arbeiten, sind miserablen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Sie erhalten nur sehr niedrige Löhne, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keine Rente. Meist sind sie nur als Tagelöhner beschäftigt. Die menschenunwürdigen Lebensbedingungen gehen mit Armut, schlechter medizinischer Versorgung und mangelhaften Bildungsmöglichkeiten für die Familien der Arbeiter einher. Die Obstplantagen werden in der Regel als Monokulturen bewirtschaftet - mit fatalen Folgen für die Umwelt: der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der enorme Wasserverbrauch belasten die umliegenden Ökosysteme und die Lebensbedingungen der Menschen.

Mit dem Fairen Handel sollen die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kleinbauern und Arbeiter verbessert werden. Im Vordergrund stehen dabei die Zahlung von angemessenen, gerechten Preisen, die über dem Weltmarktpreis liegen, der Aufbau von langfristigen, direkten Handelsbeziehungen ohne Zwischenhändler sowie gerechte Abnahmeverträge mit Verarbeitungsbetrieben. Auch die Beratung zu Bewirtschaftung, zu sozialen und medizinischen Themen vor Ort sowie die Organisation in Genossenschaften haben bisher in zahlreichen Projekten entschieden zu einer verbesserten Lebens- und Arbeitssituation der Produzenten geführt. Die regelmäßige und gerechte Bezahlung sichert die Grundbedürfnisse und ermöglicht darüber hinaus den Aufbau von Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, sozialen und medizinischen Einrichtungen sowie technische Modernisierungen. Ein verantwortungsvoller, sparsamer Umgang mit chemischen Düngemitteln und Pestiziden bzw. der Verzicht auf diese Mittel beim ökologischen Landbau verbessert die gesundheitliche Situation der Bauern und Arbeiter und sorgt für eine sauberere Umwelt.

Inzwischen gibt es von TransFair, dem gepa Fair Handelshaus, El Puente und der dwp GmbH zahlreiche faire Projekte, die die Produzenten von exotischen Früchten und daraus hergestellten Produkten unterstützen. Viele der Produkte sind längst auch in Bio-Qualität erhältlich. Ökologische Anbauverbände und Hersteller arbeiten mit den Produzenten vor Ort zusammen, die Einhaltung der Kriterien des ökologischen Landbaus wird überwacht. Durch die ökologische Landwirtschaft wird die Umwelt in den Erzeugerländern geschont und die Produzenten können höhere Preise erzielen.