Die Partner der gepa

Orangen- und Guavensaft aus Brasilien
Von CEALNOR (Central de Associacoes do Litoral Norte), einem Zusammenschluss von mehreren Kleinbauernverbänden, bezieht die gepa Orangensaftkonzentrat für reinen Orangensaft und für einen Mischfruchtsaft. Der Vereinigung gehören 17 Verbände mit insgesamt 930 Mitgliedern an. Die Kleinbauernfamilien produzieren neben den Orangen (Anbau in Mischkultur, minimaler Einsatz von Pestiziden) auch Maracujas und Kokosnüsse. Für den eigenen Bedarf bauen sie Mais, Gemüse und Obst an. Ein kleiner Teil der Bauern hat auf ökologischen Anbau umgestellt, eine Ausweitung des Bio-Anbaus ist geplant. Der Transport der Orangen zu den Verarbeitungsbetrieben wird von der Zentrale von CEALNOR organisiert. Dort wird das Orangensaftkonzentrat unter angemessen Arbeitsbedingungen und Bezahlungen hergestellt. Dadurch werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

CEALNOR wird vom Schweizer Hilfswerk der evangelischen Kirchen (HEKS), der Max-Havelaar-Stiftung und anderen Organisationen unterstützt. Dazu gehört vor allem die Beratung zu wirtschaftlichen Fragen, zum ökologischen Anbau, zum Fairen Handel und zur Verbesserung der Qualität. CEALNOR verfolgt vielfältige Ziele und Aufgaben. Mittel- und landlose Kleinbauern werden dabei unterstützt, Kredite und Land zu bekommen, es wird die Eigenständigkeit der Mitgliedsverbände gefördert sowie die gegenseitige Hilfe und der Austausch untereinander. Die Förderung von Frauen ist ebenfalls ein wichtiges Ziel. Eine zentrale Aufgabe ist die gemeinsame Vermarktung der Produkte und die Sicherung der Qualität. Durch den Fairen Handel und den direkten Vertrieb ohne den Weg über Zwischenhändler erhalten die Bauern höhere, im voraus vereinbarte Preise und ein sicheres Einkommen. Der Mehrpreis und die Fair-Handels-Prämie werden von der gepa direkt an CEALNOR gezahlt und kommt direkt den Mitgliedern zugute. Ein Teil wird für ökologische und soziale Projekte ausgegeben wie z. B. die Bio-Zertifizierung oder eine Kampagne gegen Kinderarbeit.

Da die Bauern von CEALNOR selbst keine Guaven anbauen, kooperieren sie mit dem Verband COOPEBRAN (Cooperativa Agropecuária do Projeto Pedra Blanca). Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Zusammenschluss von Kleinbauern mit dem Ziel, die Marktposition und Einkommenssituation ihrer Mitglieder zu verbessern. Die Bauern werden bei der Vermarktung ihrer Produkte und bei der Erweiterung der Produktpalette unterstützt, um ein stabileres Einkommen erwirtschaften zu können. Die Guaven werden an CEALNOR geliefert und zusammen mit den Erzeugnissen aus der eigenen Produktion vermarktet.

Auch APACO ist Projektpartner der gepa. Die Organisation wird von Misereor und dem Schweizer Hilfswerk der evangelischen Kirchen (HEKS) unterstützt. Die Mitglieder erhalten Schulungen zum ökologischen Landbau und werden durch das Instituto Biodinámico, einem brasilianischen Mitglied der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements,  internationalen Dachverband aller Organisationen des ökologischen Landbaus) kontrolliert und zertifiziert. APACO setzt sich außerdem für die Förderung und Verbreitung von Bio-Produkten in Brasilien ein. Auf dem brasilianischen Markt ist bereits Bio-Orangensaft aus dem Projekt erhältlich.

Bananenpüree aus Ecuador
Das Bananenpüree für Mischfruchtsäfte bezieht gepa von UROCAL, dem Dachverband ecuadorianischer Genossenschaften eines bestimmten Gebietes. Neben Kleinbauerngenossenschaften und Dorfkooperativen sind auch Frauen- und Jugendkomitees sowie eine Spar- und Kreditgenossenschaft in UROCAL organisiert.

Die Produktion von Bananenpüree eröffnete den Bauern von UROCAL einen zusätzlichen Absatzweg für ihre Bananen. So können etwa Bananen, die zu klein für den Export nach Europa sind, ebenso verarbeitet werden, wie die Früchte von weit abgelegenen Flächen.

Die Mitglieder von UROCAL haben Zugang zu einem Spar- und Kreditprogramm. Eine besondere Errungenschaft ist der Gesundheitsdienst, den der Verband mit den Mitteln aus dem Fairen Handel einrichten konnte. Zur Gesundheitsvorsorge von UROCAL gehören darüber hinaus Angebote zur Ernährungsberatung und die regelmäßige Kontrolle der Trinkwasserqualität. UROCAL hat sich die komplette Umstellung auf ökologischen Landbau zum Ziel gesetzt. Viele der Produzenten arbeiten schon lange nach den Kriterien des ökologischen Anbauverbandes Naturland. Die Bio-Produzenten unter dem Dach von UROCAL sind in der Vereinigung "Tierra Nueva" zusammengeschlossen. Alle Bauern, die noch nicht vollständig nach ökologischen Richtlinien wirtschaften, verzichten auf den übermäßigen Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. Die Bananen von UROCAL werden sämtlich nach ökologischen Kriterien in Mischkulturen gemeinsam mit anderen Früchten und Grundnahrungsmitteln wie Mais oder Bohnen angebaut. Als Teil des Nutzwaldes wachsen die Bananenstauden zwischen Kakaopflanzen, Zitrusfrüchten, Mango- und Papayabäumen.