Die Partner von TransFair

Orangensaft gehört zu den beliebtesten Fruchtsäften in Deutschland. Der Verbrauch pro Kopf und Jahr liegt bei ca. 10 Litern. Davon stammt der größte Teil aus Brasilien, der Rest aus Kuba und Mexiko.

Fair gehandelter Orangensaft mit TransFair-Siegel stammt von der Cooperativa de Producion Agropecuaria CPA José Marti auf Kuba und der Kooperative APACO in Brasilien.

Der unabhängige Verein TransFair e.V. vergibt nach eingehender Prüfung das TransFair-Zeichen, wenn die Produzenten, Importeure und Abfüller die Kriterien des Fairen Handels erfüllen und sich regelmäßig kontrollieren lassen. Zu den Anforderungen gehört, dass die Importeure für die Orangen bzw. für das Orangensaftkonzentrat einen garantierten Mindestpreis zahlen, der die Produktions- und Lebenshaltungskosten für eine Produktion unter menschen- und umweltgerechten Bedingungen deckt. Der garantierte Mindestpreis liegt derzeit bei 1.200 US-Dollar für eine Tonne fair produzierten Orangensaftkonzentrates. Zum Vergleich: Der Weltmarktpreis liegt etwa bei 1.000 US-Dollar pro Tonne.

Die Partnerorganisationen des Fairen Handels erhalten neben dem garantierten Mindestpreis eine Fair-Handelsprämie in Höhe von 100 Dollar pro Tonne, für gemeinschaftliche Projekte wie etwa den Aufbau von Bildungseinrichtungen, die Verbesserung der medizinischen Versorgung oder auch Investitionen in den Umweltschutz oder die Infrastruktur. Dieser Fair-Trade-Aufschlag wird unabhängig von der Höhe des Weltmarktpreises in jedem Fall gezahlt.

TransFair ist besonders daran gelegen, die Situation der Pflückerinnen und Pflücker auf den Orangenplantagen zu verbessern. Daher müssen die Plantagenbesitzer wie die Kleinbauern arbeitsrechtliche und ökologische Standards gewährleisten. Die Pflücker erhalten angemessene, an den gesetzlichen Mindestlöhnen orientierte Löhne, Zwangsarbeit und illegale Kinderarbeit sind verboten. Die Pflücker müssen in den Entscheidungsgremien der Plantagen vertreten sein. Der Einsatz von chemisch-synthetischen  Pestiziden wird schrittweise auf das absolut Notwendige reduziert, es sind Maßnahmen zum Schutz der Gewässer und vor Erosion umzusetzen.

Die Früchte werden zu Saftkonzentrat verarbeitet und gefroren verschifft. Erst die Hersteller hierzulande stellen daraus den verkaufsfertigen Saft her. Für die Nutzung des TransFair-Siegels zahlen sie eine Lizenzgebühr von 0,03 Euro pro Liter Orangensaft an TransFair e. V. Dieser Betrag wird zusätzlich gezahlt; er wird nicht vom Einkommen der Produzenten abgezogen.

Die Kooperative José Marti, Kuba
Die Kooperative José Marti fördert den Verkauf von Orangen. Durch die von TransFair vermittelten Handelsbeziehungen zu Importeuren und Abfüllbetrieben konnten die Bauern unter anderem die für die Bearbeitung der Plantagen notwendigen Maschinen reparieren und Wasserleitungen erneuern. Dadurch konnte die Orangenernte deutlich gesteigert werden, auch die Fair-Handelsprämie wuchs. Sie ermöglichte den Bauern z. B. die Einrichtung eines Sozialzentrums und einer Gärtnerei, in der die Mitglieder günstig Setzlinge kaufen können. Die Mitglieder der Kooperative erhalten wöchentlich kostenlos Grundnahrungsmittel aus der Gemeinschaftsproduktion. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war auch die kubanische Wirtschaft am Ende. Durch den Fairen Handel konnten sich die Bauern wieder eine Existenz aufbauen und ihre Lebenssituation verbessern.

Die Kooperative APACO, Brasilien
Die Associacao dos Pequenos Agricultores do Oeste Catarinense (APACO) ist ein Zusammenschluss von Kleinbauernfamilien, die Orangen anbauen und Orangensaftkonzentrat gemeinsam vermarkten. Ein Teil der Betriebe bewirtschaftet die Flächen nach den Richtlinien von Ecocert, einem anerkannten Zertifizierer von ökologischen Produkten. Durch den Fairen Handel haben die Bauern ein sicheres Einkommen und müssen bei Ernteausfällen nicht mehr ihre Dörfer verlassen, um in den Städten Arbeit zu finden. In der Kooperative finden Weiterbildungen statt, so dass die Bauern Know-How über Produktion und Vermarktung erwerben, das sie auch für den regionalen Markt nutzen können. Dieses Wissen trägt ebenfalls dazu bei, die Einkommenssituation zu verbessern und zu stabilisieren. 

Mit den Einnahmen aus dem Fairtrade-Aufschlag finanziert die Kooperative unter anderem ein Mädchen- und Jungenheim, in dem straffällig gewordene Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen psychologisch betreut und auf ihr Leben als Erwachsene vorbereitet werden.