Häufige Fragen

Was bringt es, bei Produkten aus exotischen Früchten auf öko-faire Qualität zu achten?
Heißt das, man sollte Konfitüre aus Früchten sehr ferner Länder gegenüber heimischen Fruchtaufstrichen bevorzugen?
Woran erkenne ich geschwefelte Trockenfrüchte?
Ist eine weißer Belag auf Trockenfrüchten bedenklich?
Was ist unter Soft-Früchten zu verstehen?
Was verbirgt sich hinter den Bezeichnungen Natural, Pulled, Protoben und Lerida in Verbindung mit getrockneten Feigen?
Was sind Smyrna-Feigen?
Was ist der Unterschied zwischen Rosinen, Korinthen, Sultaninen und Weinbeeren?
Warum wird einigen Trockenfrüchten wie z. B. Sultanas Öl zugesetzt?
Kann man verschimmelte Marmelade noch essen?
Gibt es fair gehandelte exotische Früchte auch frisch zu kaufen?
Was sind Cherimoyas?
Was sind Litchis?
Was sind Drachenfrüchte?
Gibt es auch faire Produkte aus Avocados?


Was bringt es, bei Produkten aus exotischen Früchten auf öko-faire Qualität zu achten?
Für Sie bedeutet die Entscheidung für Bio-Früchte, dass Sie weniger Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln essen müssen. In ökologisch erzeugten Fruchtprodukten sind zudem weniger Lebensmittelzusatzstoffe enthalten als in konventionellen. Für die Bauern in den Anbauregionen bedeutet "Bio" die Schonung von Böden und Gewässern, den Erhalt der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen und weniger Gesundheitsschäden infolge von beispielsweise Pestizideinsätzen. Der Faire Handel gibt Ihnen zudem die Möglichkeit, sich und ihren Familien, eine sichere, selbstbestimmte Existenz aufzubauen. Er bedeutet unter anderem bessere Arbeitsbedingungen, Planungssicherheit, Bildung für Kinder und Erwachsene sowie medizinische Versorgung. Öko-faire Produkte bringen also beiden Seiten etwas: Erzeugern und Verbrauchern.

Heißt das, man sollte Konfitüre aus Früchten sehr ferner Länder gegenüber heimischen Fruchtaufstrichen bevorzugen?
Nein. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse ferner Länder gegen die aus deutscher oder europäischer Produktion auszuspielen, geht an der Realität vorbei. Tatsächlich ist die Frage berechtigt, ob es überhaupt sein muss, Lebensmittel über Tausende von Kilometern nach Deutschland zu transportieren. Denn in Deutschland und Europa wird ausreichend Obst in hoher Qualität geerntet und zu Fruchterzeugnissen aller Art verarbeitet. Und es ist wirklich sinnvoll, Lebensmittel zu bevorzugen, die keine weiten Transportwege hinter sich haben. Doch exotische Früchte und Produkte daraus sind inzwischen im Sortiment von Supermärkten und Bio-Läden gleichermaßen selbstverständlich. Und einige, wie etwa die Zitrusfrüchte, werden von Verbrauchern regelrecht als normaler Bestandteil hiesiger Essgewohnheiten wahrgenommen. Die Herkunftsangaben an der Ware helfen, die Transportwege in die Kaufentscheidung einzubeziehen. Wer, will, kann exotische Früchte komplett vermeiden. Doch wer sich entscheidet, Ananas zu genießen oder eine neue, exotische Konfitüre auszuprobieren, leistet mit dem Griff zu ökologischen Früchten oder fair gehandelten Produkten daraus einen Beitrag zu einem nachhaltigeren, gerechteren Konsum.

Woran erkenne ich geschwefelte Trockenfrüchte?
Sie müssen entsprechend gekennzeichnet sein. Schwefeldioxid als Lebensmittelzusatzstoff (E 220) muss in der Zutatenliste aufgeführt werden. Findet man keinen Hinweis auf einen Zusatz von Schwefelverbindungen, sind die Produkte ungeschwefelt. Das muss zwar nicht explizit auf der Verpackung stehen, wird aber von vielen Herstellern dennoch besonders hervorgehoben.

Ist eine weißer Belag auf Trockenfrüchten bedenklich?
Nicht unbedingt. In den meisten Fällen handelt es sich bei solchen Belägen um Zuckerbestandteile, die ca. ein halbes Jahr nach der Ernte auskristallisieren können: Die Früchte verlieren Feuchtigkeit und mit der Feuchtigkeit tritt Zucker an die Oberfläche. Es ist ein natürlicher Vorgang und ein Qualitätsmerkmal von unbehandelten Trockenfrüchten.
Geht jedoch starkes Auskristallisieren mit ungewöhnlich säuerlichem Geruch einher, ist dies ein Zeichen von fehlerhafter Lagerung oder zu langer Lagerung. In seltenen Fällen kann der weiße Belag auch auf Schimmel oder Milbenbefall hindeuten.

Was ist unter Soft-Früchten zu verstehen?
Das sind getrocknete Früchte, die nach der Trocknung schonend mit Wasserdampf behandelt werden. Dadurch sind sie weicher als herkömmliche Trockenfrüchte und zuckern nicht aus. Aufgrund des Feuchtigkeitsgehaltes sind sie nicht so lange haltbar wie andere getrocknete Früchte. Man sollte sie im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von ein paar Tagen verbrauchen. Aufgrund der weichen Konsistenz eigenen sie sich besonders gut für die Zubereitung von Quarkspeisen, Desserts und süßen Gerichten.

Was verbirgt sich hinter den Bezeichnungen Natural, Pulled, Protoben und Lerida in Verbindung mit getrockneten Feigen?
Darunter werden die verschiedenen Formen verstanden, in denen die getrockneten Feigen auf den Markt kommen können.
  • Natural-Feigen: naturbelassene, ungeformte Feigen, die lose in Kisten geschüttet werden
  • Pulled-Feigen: die Früchte werden zu Kugeln geformt
  • Protoben-Feigen: sie werden flach gedrückt, in die ursprüngliche Birnenform gebracht und dann schuppenförmig in Lagen in Kartons gelegt 
  • Lerida-Feigen: flachgedrückte, runde Feigen, die in wagenradartiger Form in Kisten geschichtet werden.
  • Loccum-Feigen: in eine viereckige Form gepresst und dann schuppenartig in Kartons gelegt
  • Layers-Feigen: halbmondförmige Feigen, die vom Stiel bis zur Mitte aufgerissen sind


Was sind Smyrna-Feigen?
Smyrna ist eine alte Bezeichnung für die Stadt Izmir. Diese Feigen kommen aus der Region im Izmir und sind für ihre besonders gute Qualität bekannt. Die großen Früchte haben eine dünne Schale, sind saftig und enthalten viel Fruchtmark.

Was ist der Unterschied zwischen Rosinen, Korinthen, Sultaninen und Weinbeeren?
Rosinen ist der Oberbegriff für alle Arten von getrockneten Weintrauben. Korinthen, Sultaninen und Weinbeeren sind die Sorten der Rosinen. Sie unterscheiden sich wie folgt:

  • Korinthen stammen aus Griechenland. Die kleinen schwarzen und kernlosen Beeren werden aus bestimmten Traubenarten gewonnen und dürfen nicht geschwefelt werden.
  • Sultaninen (auch: Sultanas) sind helle, kernlose getrocknete Früchte verschiedener Rebsorten.
  • Weinbeeren sind große, blau-schwarze Früchte, z. T. mit Stiel. Sie stammen meistens aus Kalifornien (Sorte Thompson seedless).
  • Traubenrosinen sind große Beeren mit Kernen und Stielen. Sie stammen häufig von den spanischen Malagatrauben oder der Rozaki-Traube aus Griechenland und der Türkei (Elemé-Rosinen).


Warum wird einigen Trockenfrüchten wie z. B. Sultanas Öl zugesetzt?
Das Öl verhindert ein Zusammenkleben der Früchte beim Abpacken und bei der Lagerung. Hierfür sind nur geringe Mengen notwendig. Der Zusatz von Öl muss auf der Zutatenliste angegeben werden.

Sultanas werden außerdem schon vor dem Trocknen in eine Mischung aus Pottasche und Öl getaucht, man spricht von "dippen". Dadurch kann das Wasser aus der Frucht schneller verdunsten, sie trocknen schneller und behalten eine helle, goldgelbe Farbe.

Kann man verschimmelte Marmeladen und Konfitüren noch essen?
Das kommt darauf an, wie groß die verschimmelte Stelle ist. Wurde die Marmelade großflächig von Schimmel befallen, sollte sie weggeworfen werden. Einzelne kleinere Schimmelstellen kann man großzügig entfernen. Das gilt jedoch nur für Marmeladen, Konfitüren und Gelees, die einen Zuckergehalt von mehr als 50 % aufweisen. Fruchtaufstriche mit einem geringeren Zuckergehalt oder mit Süßstoffen gesüßte Sorten sollten bei Schimmelbefall umgehend entsorgt werden.

Gibt es fair gehandelte Früchte auch frisch zu kaufen?
Leider gibt es in Deutschland derzeit nur Bananen in öko-fairer Qualität als Frischfrüchte. In anderen europäischen Ländern ist das öko-faire Sortiment frischer Früchte viel größer: In der Schweiz werden Ananas, Mangos und Avocados, die von Max Havelaar zertifiziert sind in Supermärkten wie Migros oder Coop angeboten. In Dänemark sind Mangos und Weintrauben, in den Niederlanden Orangen, Avocados, Mangos, Ananas und Trauben und in Großbritannien u. a. Zitrusfrüchte, Litschis, Avocados, Mangos, Ananas und Weintrauben erhältlich, die das internationale Fairtrade-Siegel tragen.

Was sind Cherimoyas?
Die Cherimoya (Annona cherimola) gehört wie die Guyabano zu der Gattung der Annonen. Sie wurde schon von den Inkas kultiviert und wächst natürlicherweise nur im tropischen Hochland oder in subtropischen Regionen Lateinamerikas. Die in Europa erhältlichen Früchte stammen vor allem aus Spanien und Israel.

Die Früchte sind etwa so groß wie Äpfel und haben eine dunkle, grünbraune Schale mit einem schuppigen Muster. Das Fruchtfleisch ist cremefarben und hat einen sahnigen Geschmack. Im Inneren befinden sich etwa kaffeebohnengroße, schwarze glänzende Kerne, die leicht entfernt werden können. Die Früchte sollten frisch, am besten leicht gekühlt verzehrt werden. Das Fruchtfleisch kann aus der Frucht gelöffelt werden.

Was sind Litchis?
Die Litchi (Litchi chinensis; auch: Lychee) stammt ursprünglich aus Südchina und wird dort schon seit 2000 Jahren kultiviert. Hauptanbaugebiete sind die trockenen Tropenregionen weltweit, z. B. Indien, Madagaskar, Südafrika, Kenia, Brasilien. Die Bäume werden etwa 10 bis 12 m hoch und tragen Früchte, die etwa pflaumengroß sind. Ihre rötliche Schale verfärbt sich nach ein paar Tagen bräunlich. Das Fruchtfleisch ist fleischig-weiß mit einem dunklen, glänzenden Kern. Das süß-saure Aroma ähnelt entfernt dem Geschmack von Sauerkirschen und hat einen muskatähnlichen Beigeschmack. Die Früchte sind leicht verderblich, daher eignen sie sich weniger für den Export. Daher werden sie überwiegend als Konserven exportiert.

Zu der Pflanzenfamilie der Litchi gehört auch die Frucht Rambutan, die in Malaysia heimisch ist. Die Früchte ähneln im Aussehen den Litchis, besitzen jedoch lange rote weiche Stacheln, so dass sie wie behaart aussehen. Das weiße Fruchtfleisch hat ebenfalls einen süßlich-sauren Geschmack. Die Früchte werden im eigenen Land frisch oder als Kompott verzehrt, eine weitere Verarbeitung erfolgt nicht.

Was sind Drachenfrüchte?
Die Drachenfrucht (Pitahaya oder Pitaya) gehört zur Familie der Kakteengewächse. Sie stammt aus Süd- und Mittelamerika, wo die Früchte angebauter oder wild wachsender Kakteenarten als Obst angeboten werden. Die Früchte sind eiförmig und etwa 10 bis 15 cm lang. Auf der Schale tragen sie lappenartige Auswüchse. Je nach Herkunft kann die Schale gelb oder pink gefärbt sein. Die rötlich-pinken Früchte kommen aus Vietnam, Thailand und Guatemala, die gelben Früchte stammen ausschließlich aus Kolumbien. Daneben werden Drachenfrüchte auch in China und Israel angebaut. Das Fruchtfleisch kann weiß-gelblich oder rötlich sein. Es ist von vielen kleinen schwarzen Kernen durchsetzt, die mitgegessen werden. Es schmeckt leicht säuerlich und hat ein mildes Aroma. Die Früchte schmecken am besten leicht gekühlt, sie werden aufgeschnitten und ausgelöffelt.

Gibt es auch faire Produkte aus Avocados?
Ja. Das Fair-Handelsunternehmen El Puente bietet ein Avocado-Öl an. Es stammt von Projektpartnern aus Südafrika (Turqle Trading und Ukuva i Arfica), zu deren Zielen die Schaffung von Arbeitsplätzen, eine gerechte Bezahlung, Sozialleistungen, medizinische Versorgung und Weiterbildungen für die Bauern und Arbeiter in der Region gehören.