Datteln

Die Dattelpalme (Familie Palmae, Palmengewächse) stammt vermutlich aus dem Gebiet um den persischen Golf und hat sich bis nach Pakistan und Marokko ausgebreitet. Die Hauptanbaugebiete sind Iran, Ägypten, Irak, Saudi-Arabien, Pakistan, Algerien, Arabische Emirate, Sudan, Tunesien und Zimbabwe. Um optimal zu gedeihen, benötigt die Pflanze ein trockenes Klima mit hohen Temperaturen im Sommer. Für die Wasserversorgung müssen Wasserläufe, Grundwasser oder Bewässerungsanlagen vorhanden sein. Die Pflanze kann Salzgehalte von 1 - 1,5 % im Boden tolerieren. Sie wird bis zu 30 Meter hoch. Eine Dattelpalme bringt im Jahr etwa 50 kg Früchte hervor. Die Bäume können bis zu 200 Jahre alt werden, Ertrag bringen sie zwischen dem 5. und dem 70. Jahr.

In einigen Gebieten wird inzwischen auch ökologischer Dattelanbau betrieben. So stammen etwa die getrockneten Bio-Datteln, die hierzulande angeboten werden, aus Tunesien. Mit dem ökologischen Dattelanbau kann die traditionelle Oasenwirtschaft wieder aufgenommen werden, die von großflächigen Plantagen verdrängt wurde. Ihr Kennzeichen ist ein Anbau in drei Etagen entsprechend der Größe der Pflanzen: auf der untersten Ebene wächst Gemüse, die zweite Ebene bilden Obststräucher und -bäume, die oberste Ebene bilden die Dattelpalmen. Dadurch wird der Boden vor Austrocknung und Erosion geschützt, die Dattelhaine können außerdem eine weitere Ausbreitung der Wüste hemmen.

Unkraut muss während des ganzen Jahres regelmäßig entfernt werden und die Palmen müssen etwa einmal pro Woche bewässert werden. Als Wasserquelle stehen sehr tiefe Brunnen zur Verfügung, für eine gezielte Bewässerung werden zunehmend Leitungen verwendet. Der Sand der Sahara ist reich an Mineralien, gedüngt wird zweimal jährlich mit einer Mischung aus kompostierten Pflanzenabfällen und Tierdung. Zu den Arbeiten im Dattelhain gehören außerdem die Pflege der Bäume und Maßnahmen zur Verbesserung des Ertrages wie z. B. das Zurückschneiden der Fruchtstände. Zum Schutz vor Schädlingen werden speziell angefertigte Fliegennetze an den Fruchtständen angebracht.

Etwa vom 20. September bis zum 10. Januar werden die druckempfindlichen Datteln per Hand entsprechend des Reifegrades geerntet. Sie sollten nicht zu hart und nicht zu weich sein. Die Früchte werden dann vorsortiert und zur Weiterverarbeitungsanlage gebracht. Hier werden sie gewaschen, sortiert, kontrolliert, getrocknet und verpackt. In den Export gelangen nur die besten Qualitäten, die geringeren Qualitäten werden z. B. für die Herstellung von Dattelmus oder Dattelsirup verwendet.

In der konventionellen Produktion werden die noch nicht ganz vollreifen Datteln geerntet und in der Sonne nachgereift oder nach einer Minute in kochender Natronlauge in speziellen Öfen getrocknet. Weiche Datteln (soft) werden nach dem Waschen auf einen Wassergehalt von ca. 20 % getrocknet, daneben gibt es halbweiche Sorten und harte Datteln (semidry und dry), die entsprechend geringere Wassergehalte haben.