Feigen

Der Feigenbaum (Familie der Moraceae, Maulbeerbaumgewächse) stammt aus Vorderasien und ist seit dem Altertum im Mittelmeerraum verbreitet, der auch heute noch das Hauptanbaugebiet ist. Über 90 % der Weltproduktion werden hier erzeugt. Hauptproduzenten sind Portugal, Türkei, Griechenland, Italien, Spanien und Marokko.

Die bis zu 10 Meter hohen Feigenbäume tragen charakteristische, handförmige Blätter. Sie bevorzugen Gebiete mit Winterregen. Bei idealen klimatischen Bedingungen mit ausreichend Wärme werden dreimal im Jahr Blütenstände angelegt und es kann entsprechend im Frühjahr, im Sommer und im Herbst geerntet werden. Bei ausreichend Platz überstehen die Pflanzen auch trockene Sommermonate, da sie acht Meter tief wurzeln und die Wurzeln sich in einem Umkreis von bis zu 15 Metern ausbreiten können. Feigenbäume gedeihen auch in Ländern mit tropischem und subtropischem Klima und Sommerregen. Hier werden die Feigen jedoch überwiegend als Frischobst oder eingelegt verzehrt, da sie nicht im Freien getrocknet werden können. Die Früchte sind birnenförmig oder rund, die Schale ist violett, grün, gelblich oder braun. Das Innere ist rosafarben bis dunkelrot, fleischig-saftig und enthält viele kleine Samen. Feigen schmecken süß und haben ansonsten ein eher schwaches Eigenaroma. Der Ertrag beträgt 5 - 12 t/ha und Jahr.

Sollen die Feigen als Frischobst in den Handel gelangen, werden sie möglichst reif, aber noch nicht vollkommen weich geerntet. Sie sind sehr empfindlich und nach dem Pflücken nur wenige Tage haltbar. Weitaus größere Bedeutung haben die getrockneten Früchte, die sowohl für den inländischen Markt als auch für den Export hergestellt werden. Dazu lässt man die Feigen an den Bäumen hängen, sie reifen voll aus und beginnen dann zu trocknen und einzuschrumpfen. Sie fallen dann entweder von selbst ab oder werden abgeschüttelt. Anschließend lässt man sie in der Sonne etwa vier bis sieben Tage weitertrocknen, bis sie einen Wassergehalt von ca. 25 % haben. Sie werden kontrolliert, sortiert und zum Abpacken gebracht. Hier werden sie sorgfältig auf Schimmelpilzgifte (Aflatoxine) kontrolliert, unter fließendem Wasser abgewaschen oder mit Salzwasser gespült. Dadurch wird die Schale weicher und geschmeidiger. Vor dem Abpacken werden sie noch einmal getrocknet und verlesen.