Marine Stewardship Council (MSC)

Im Jahr 1997 gründeten Unilever, das Unternehmen, das weltweit den meisten Fisch einkauft und die Umweltschutzorganisation WWF den Marine Stewardship Council (MSC). Heute ist der internationale MSC eine unabhängige Organisation, die von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen in der ganzen Welt getragen wird. Die Organisation will verantwortungsvolle Formen der Fischerei etablieren, durch die sowohl die Bestände als auch das Ökosystem Meer geschont werden. Fisch, der aus solchen Fischereien kommt, darf das Label für umweltverträgliche Fischerei tragen. Die Zertifizierung ist für die Unternehmen freiwillig und an die Einhaltung spezieller Kriterien gebunden. Unabhängige Zertifizierungsunternehmen überprüfen, ob der Fisch tatsächlich das MSC-Siegel als Zeichen für verantwortungsbewusst geführte, nachhaltige Fischerei tragen darf. Derzeit führen in Deutschland fünf Firmen Fischprodukte mit dem MSC-Siegel: Iglo, Frosta, Friedrichs, Mare und Metro.


Dem MSC-Siegel liegen eine Reihe von Kriterien zugrunde, deren Einhaltung für jede Fischart einzeln überprüft werden muss. Für die Bewertung, ob nachhaltige Fischerei im Sinne des MSC vorliegt, werden die folgenden messbaren Umwelteigenschaften herangezogen:

 

  • Zustand der Fischbestände
    Die Fischerei muss so gestaltet sein, dass Überfischung und Erschöpfung der Bestände vermieden werden. Bestände müssen sich nachhaltig erholen, die Fischerei darf die Zusammensetzung der Bestände nach Alter, Geschlecht, genetischer Ausstattung nicht verändern.
  • Auswirkungen der Fischerei auf die maritime Umwelt
    Die Fischerei muss das Ökosystem Meer berücksichtigen. Seine Struktur, Produktivität, Vielfalt und Funktionen dürfen nicht beeinträchtigt werden. Die natürlichen Beziehungen zwischen den Arten sowie biologische Vielfalt dürfen nicht gefährdet werden.
  • Fischerei-Managementsysteme
    Für jede der Fischereien ist ein eigens entwickeltes, speziell angepasstes Fischerei-Managementsystem nachzuweisen, in dem lokale, nationale und internationale Gesetze und Richtlinien berücksichtigt sind. Es muss auf die nachhaltige Nutzung des Meeres ausgerichtet sein und seine institutionellen und betrieblichen Standards daraufhin ausrichten.

Die folgenden sieben Arten der Fischerei haben bisher nachgewiesen, dass sie die Kritierien des MSC einhalten. Produkte aus den so gefangenen Meerestieren tragen im Handel das MSC-Siegel.

  • Makrelenfischerei vor der Südwestküste Englands
    Hier werden Tiere mit einer Mindestgröße von 20 cm mit Langleinen gefangen.
  • Westaustralischer Steinhummer,
    der entlang der westaustralischen Küste mit beköderten Käfigen gefangen wird. Seit den 60er Jahren arbeiten die Fischer dabei nachhaltig.
  • Neuseeland-Hoki (Seehecht),
    der vor der Westküste Neuseelands, in der Cook-Straße und östlich der Südinsel mit Schwimm- und Grundschleppnetzen gefangen wird.
  • Alaska-Lachs aus den Fanggebieten vor der Küste Alaskas
    Der Fang erfolgt mit Netzen und Schleppleinen. Die Verfassung des amerikanischen Bundesstaates Alaska hat den Schutz der Lachsbestände umfassend verankert. Fünf verschiedene Lachsarten aus dieser Fischerei tragen das MSC-Siegel.
  • Herzmuscheln aus dem Meeresarm von Burry
    In diesem Meeresarm in Wales, UK, werden seit dem frühen 19. Jahrhundert Herzmuscheln mit Hilfe von Handrechen und Sieben gefangen. Bis heute sind keine anderen Hilfsmittel erlaubt. Strenge, an einzelne Personen gebundene Tageslizenzen sorgen dafür, dass die Bestände erhalten bleiben. Nur 55 Vollzeitmuschelfischer haben eine solche Lizenz, 35 weiteren ist der Fang in Teilzeit erlaubt.
  • Themse-Hering,
    der innerhalb der britischen Sechs-Meilen-Zone mit kleinen Schlepp- und Treibnetzen gefangen wird.
  • Loch Torridon Kaisergranat
    wird vor der Nordwestküste Schottlands mit beköderten Reusen gefangen.

Die vom MSC zertifizierten Fischereien werden regelmäßig kontrolliert. Auch wenn es noch zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten auf dem Weg zu einer nachhaltigen Fischerei gibt, ist das MSC derzeit eine wirksame Initiative. Mehr Informationen zum MSC-Siegel finden Sie in unserer Datenbank http://www.label-online.de/.