Nachhaltige Fischereiwirtschaft

Nach Schätzungen des World Resources Institute sind weltweit 200 Millionen Menschen zur Sicherung ihrer Ernährung und ihres Lebensunterhalts auf die Fischerei angewiesen. Für Milliarden sind Fisch und Meerestiere die wichtigste Quelle für Nahrungseiweiß. An vielen Küsten sind die Menschen zudem seit Generationen Fischer. Während sie von den Einkünften aus der Fischerei leben, erhält ihre Arbeit das ökonomische und soziale Gefüge der Regionen.

Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) schätzt, dass heute weltweit 47 % der wirtschaftlich wichtigen Fischarten voll, das heißt an die Grenze ihrer Belastbarkeit, gefischt werden. 15 % sind überfischt. Meere, Seen und Flüsse in Zukunft nachhaltig zu nutzen und ihre ökologischen Gleichgewichte langfristig zu erhalten, sollte daher das Ziel der Fischereipolitik sein. Mit geeigneten ökologischen Konzepten, kann auch der Ausbau einer umwelt- und tiergerechten Aquakultur eine sinnvolle Alternative sein. Doch nur langsam setzt ein Umdenken ein.

Seit Dezember 2001 ist das UN-Abkommen zum Schutz weitwandernder Fischarten (Agreement of Straddling FishStocks and highly migratory fish stocks) in Kraft . Es verpflichtet die unterzeichnenden Staaten, im Rahmen der Hochseefischerei nachhaltig und umsichtig mit den weltweiten Fischressourcen umzugehen. Besonderer Schutz gilt Thunfisch, Kabeljau, Schwertfisch und Alaska Pollack (= Alaska-Seelachs), die zu den weit wandernden Arten zählen und von Überfischung bedroht sind. Das Abkommen ist völkerrechtlich bindend und verpflichtet die Regierungen, Maßnahmen zur Reduzierung von Beifang zu erlassen, den Schutz der Fischbestände aktiv zu regeln und dies zu kontrollieren. Unangemeldete Kontrollen auf Fischereischiffen gehören ebenso dazu wie Strafen bei Missachtung des Abkommens. Im Jahr 2003 ratifizierte auch die Europäische Union dieses bisher weitreichendste Regelwerk zum weltweiten Schutz der Meere.

Auch die FAO ist bestrebt, einen Verhaltenscodex für verantwortungsvolle Fischerei (Code of Conduct für Responsible Fisheries) umzusetzen. Ziel dieser freiwilligen Selbstverpflichtung ist die Harmonisierung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Schutzvorschriften für die Nutzung der weltweiten Fischbestände. In Deutschland setzt sich die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit mbH (gtz) dafür ein, diesen Code of Conduct anzuerkennen.