Zum Beispiel Karpfen

Etwa 10.800 t Karpfen werden jedes Jahr in deutschen Teichwirtschaften herangezüchtet. Um den Bedarf zu decken, werden zusätzlich Karpfen aus anderen europäischen Ländern importiert. Weltweit stammen fast 70 % (jährlich etwa 13 Millionen Tonnen ) der Fischmengen aus Aquakulturen von Fischen aus der Familie der Karpfen (Cypriniden) - Karpfen sind damit die "erfolgreichsten" Aquakulturfische.

Die Tiere werden in unterschiedlichen Formen der Teichwirtschaft gehalten: In der extensiven Teichwirtschaft teilen sich nur wenige Tiere das Wasser und ernähren sich überwiegend von dem, was das Ökosystem Teich selbst produziert. In intensiven Teichwirtschaften wachsen dagegen bis zu 50.000 einsömmerige Karpfen pro Hektar Teichfläche heran. Sie erhalten Mastfutter, das Fischmehl, Fischöl oder auch Sojaschrot enthält. Die Gefahr, dass sich Krankheiten ausbreiten ist groß, so dass in größeren Mengen Arzneimittel zum Einsatz kommen. Intensiv bewirtschaftete Teiche werden zudem unter hohem Energieaufwand belüftet. Ein ökologisches Gleichgewicht kann sich in solchen Teichen nicht einstellen. Durch die Futtermittelreste und die Ausscheidungen so vieler Tiere werden große Nährstoffmengen ins Wasser eingetragen - es besteht die Gefahr, dass der Teich "umkippt" (Eutrophierung) und unbewohnbar wird. Die nährstoffreichen Abwässer belasten zudem die umliegenden Böden und sind eine Gefahr für die angrenzenden Gewässer und das Grundwasser.