Binnenfischerei

Etwa 60.000 t Fisch werden in Deutschland jährlich in der Binnenfischerei gefangen (2002: 61.200 t). Der überwiegende Teil sind Karpfen und Forellen aus Teichwirtschaften, lediglich 40 % des Fangs stammen aus der Fluss- und Seefischerei. Plötzen, Hecht, Blei und Aal machen zum Beispiel den größten Teil der 598 t Süßwasserfisch aus, die im Jahr 2003 in Mecklenburg-Vorpommern gefangen wurden. Brandenburg, das über 90.000 ha Seefläche verfügt, ist zusammen mit Sachsen-Anhalt und Berlin der größte Komplex der Binnenfischerei in Deutschland.

Drei Millionen Hobbyangler fangen in Deutschland jährlich rund 45.000 t Fisch (Stand 2002) - ein Vielfaches dessen, was die kommerzielle Fluss- und Seenfischerei an Land holt. Was in der Hochseefischerei noch fehlt, haben die strengen deutschen Fischerei- und Tierschutzgesetze für die Binnengewässer zum Teil erreicht: An die Erlaubnis, die Angel auszuwerfen, sind zahlreiche Auflagen zur Pflege der Gewässer und Bestände geknüpft. Ökologische Schäden können aber dann entstehen, wenn künstlich aufgezogene Fische in großen Mengen in die Gewässer eingesetzt oder Arten in Gebieten ausgesetzt werden, in die sie natürlicherweise nicht gehören. Das erhöht für die Sportangler die Fangmengen, bringt aber häufig das ökologische Gleichgewicht der Gewässer durcheinander. Auch dass einige Arten besonders begehrt sind und daher bevorzugt geangelt werden, kann die Gewässerökosysteme schädigen. 

Nur Sportfischer nehmen beim Fischen an Seen und Flüssen die Angel zur Hand. Angepasst an die Fischarten, kommen in der Binnenfischerei ansonsten effektivere Methoden zum Einsatz: Aale, Schleie, Welse und Flusskrebse werden bevorzugt mit Hilfe trichterförmiger Netzschläuche, den Reusen, gefangen. Mit Stellnetzen, wie sie auch in der Hochseefischerei eingesetzt werden, können die unterschiedlichsten Arten gefangen werden. Bei der Fischerei mit Zugnetzen werden die Fische durch das Zusammenziehen zweier Netzwände in den Fangsack geleitet und an Land geholt. Auch Ringwaden, mit denen vor allem Schwärme gefangen werden können,  kommen in der Binnenfischerei zum Einsatz. 

Der Zustand der deutschen Gewässer ist im großen und ganzen gut, die Schadstoffbelastung wurde in den vergangenen Jahren deutlich verringert. In vielen Regionen und Bundesländern werden zudem große Anstrengungen unternommen, um einstmals heimische Fischarten wieder anzusiedeln - zum Beispiel Lachse und Störe. Dies geschieht auch im Interesse der Binnenfischerei.