Exoten

Fleisch von Tieren aus fernen Ländern zu essen, wie Känguru, Strauß, Kudu, Krokodil und Schlange, liegt seit einiger Zeit im Trend. Es wird in Delikatessengeschäften und Spezialitätenrestaurants angeboten und sogar von einigen Supermärkten.

Ein wichtiger Nachteil dieser Fleischsorten sind die langen Transportwege nach Deutschland. Dadurch wird eine Menge klimaschädliches CO2 produziert. Hinzu kommt, dass die in Deutschland geltenden gesetzlichen Anforderungen an Haltung, Fütterung oder Schlachtung in den Exportländern nicht gültig sind. Wie die Tiere dort gehalten und geschlachtet werden, erfährt der Verbraucher hier nicht. Allerdings müssen bei der Einfuhr eine Reihe von Dokumenten vorliegen, die von einem Tierarzt geprüft werden. Sie bescheinigen unter anderem, dass das Fleisch für den Verzehr geeignet ist, die Tiere tierschutzgerecht getötet wurden und gesund waren. Anschließend wird das Fleisch untersucht, bevor es in den Handel kommt.

Känguru/nimkenja_pixelio.de
Nicht immer "wild"

Die in Australien in großer Zahl wild lebenden Kängurus werden nicht gezüchtet. Sie haben kaum natürliche Feinde und vermehren sich recht schnell. Sie werden von staatlich zugelassenen Jägern in zuvor genehmigter Anzahl gejagt und geschossen. Anschließend werden sie in eigens zugelassenen Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben zerlegt und verarbeitet.

Auch die afrikanischen Antilopen, von denen hierzulande vor allem Kudu erhältlich ist, werden wild lebend gejagt und nicht gezüchtet. Natürliche Bestände gibt es vor allem auf riesigen afrikanischen Farmen. Straußenfleisch wird häufig aus Südafrika importiert wird. Für den Export sind nur Tiere aus Zucht-Farmen zugelassen. Allerdings gibt es inzwischen auch eine ganze Anzahl von Straußenzüchtern in Deutschland.

In der Wildnis lebende Krokodile stehen unter internationalem Schutz. Krokodilfleisch stammt daher grundsätzlich aus Zuchtbetrieben. Die Echsen werden überwiegend in Asien, aber auch in Europa gezüchtet. Schlangenfleisch gehört sicherlich zu den exotischsten Fleischarten. In China ist es seit über 2.000 Jahren ein fester Bestandteil der Esskultur. Es wird vor allem dort und in den USA verzehrt.

Alligator_by_tokamuwi_pixelio.de
Wie schmeckt das Fleisch von Känguru, Strauß und Co.?

Kängurufleisch hat bei den Australiern selbst immer noch ein schlechtes Image und ist wenig beliebt. Es steht vor allem in Touristenlokalen auf der Speisekarte oder wird zu Tierfutter verarbeitet. Das dunkelrote, zarte, feinfaserige und fettarme Fleisch, das bevorzugt aus der Hüfte stammt, schmeckt ähnlich wie unser einheimisches Wild.

Straußenfleisch ist dunkelrot, saftig und zart mit einem milden, nussigen Geschmack. Von Farbe, Struktur und Geschmack ähnelt es dem Rindfleisch. Wie für Geflügel typisch, ist es fett- und cholesterinarm. Verwendet wird vor allem das Fleisch aus den Keulen.

Das fettarme Krokodilfleisch ähnelt hellem Geflügelfleisch. Es besitzt keinen starken Eigengeschmack und erinnert im Aroma an Kalb und Hühnchen. Auf dem Teller landet nur das milde Fleisch von Rücken und Schwanz.

Schlangenfleisch gilt als besonders mager. Aussehen und Geschmack ähneln unserem Geflügelfleisch. Antilopenfleisch ist sehr fettarm und schmeckt ähnlich wie Damwild.


Foto oben: © nimkenja / PIXELIO

Foto unten: © tokamuwi / PIXELIO