Initiativen von El Puente
El Puente bietet eine Reihe von tropischen Gewürzen aus Sri Lanka, Madagaskar und aus dem Libanon an, die überwiegend konventionell angebaut werden. Jedoch wird bei dem Anbau auf Umweltverträglichkeit geachtet.
In Sri Lanka arbeitet El Puente mit der Peoples Organisation für Development, Import and Export, PODIE, zusammen. PODIE wurde 1974 als gemeinnützige Organisation gegründet, um die Produkte der Kleinbauern und Produzentengruppen besser vermarkten, höhere Preise als die lokalen, sehr niedrigen Marktpreise zu erzielen und damit die Einkommenssituation zu verbessern. Zu den Zielen gehören u.a. das Engagement für den alternativen und gerechten Handel, die Zusammenarbeit mit Organisationen des Fairen Handels, direkte Handelsbeziehungen ohne Zwischenhändler sowie das Erwirtschaften von Devisen, die der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zugute kommen. Genossenschaftlich organisierte Kleinbetriebe und Kooperativen, die die Satzung und die Ziele akzeptieren, können PODIE beitreten. Sie bekommen gerechtere Preise für ihre Produkte, regelmäßige Einkommen und können sich für die Wahrung ihrer Interessen einsetzen.
Derzeit sind bei PODIE elf Produzentengruppen angeschlossen, die überwiegend Gewürze wie z. B. Kardamom, Nelken, Pfeffer, Muskatnuss, Muskatblüte, Chilis, Kurkuma, Ingwer, Koriander und Kreuzkümmel herstellen. Im Angebot sind einzelne Gewürze und Gewürzmischungen wie z. B. Currymischungen, Reisgewürz und Glühweingewürz. PODIE arbeitet daran, die Umstellung auf einen zertifizierten ökologischen Anbau voranzutreiben sowie möglichst umweltverträgliche Verpackungsmaterialien für die Gewürze zu verwenden. Viele Bauern können sich die teuren Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungsmittel ohnehin nicht leisten und arbeiten seit mehreren Jahren ohne den Einsatz von diesen Chemikalien. Für die Mischungen werden die Gewürze z. T. schonend geröstet, in Mörsern zerkleinert, gemischt und abgefüllt. Für die Abfüllung werden teilweise Baumwollbeutel angefertigt, in denen die Gewürze dann in den Handel gelangen. PODIE ist bestrebt, Arbeitsplätze in der Region zu sichern und zu schaffen. Dazu gehört auch, dass möglichst viele Verarbeitungsschritte in Betrieben erfolgen, die der Organisation angeschlossen sind. PODIE unterstützt die Produzentengruppen bei der Verbesserung der Qualität, Herstellung und Verarbeitung. Treffen und Seminare ermöglichen die Erweiterung der eigenen Kenntnisse und einen Erfahrungsaustausch. Frauen werden bei PODIE ausdrücklich gefördert, in einigen Bereichen der Gewürzverarbeitung sind ausschließlich Frauen beschäftigt.
Von dem Verkaufspreis, den PODIE für die Gewürze erzielt, werden die Produzenten bezahlt und es wird zusätzlich den Produzentengruppen ein Anteil für Investitionen zur Verfügung gestellt. PODIE ist demokratisch organisiert. Jede Produzentengruppe, die Mitglied bei PODIE ist, ist durch einen Mitarbeiter im Leitungsgremium der Organisation vertreten. Das Leitungsgremium trifft sich mindestens einmal im Jahr, bei Bedarf auch in kürzeren Abständen. Es wählt den Vorstand von PODIE, der sich einmal monatlich trifft.
In Madagaskar werden u. a. Vanille-Schoten produziert. Pabiom, ein Familienbetrieb, vermarktet die Produkte von Kleinbauernfamilien, die meistens aus ökologischer Produktion stammen. Neben Vanille werden grüner Pfeffer, Nelken und getrocknete Lychees produziert. Überdurchschnittliche Bezahlung der Arbeitskräfte und ihre finanzielle Absicherung im Krankheitsfall sowie das Engagement im sozialen Bereich sind für Pabiom selbstverständlich.
Im Libanon wird von der Vermarktungskooperative Rural Delights z. B. aus Paprika, Pepperoni und Salz eine scharfe Würzsauce hergestellt und vertrieben. Rural Delights ist aus einem Projekt hervorgegangen, das USAID (US-Agency for International Development), die US-amerikanische Agentur für internationale Entwicklung, zusammen mit der libanesischen YMCA, einer christlichen Jugendorganisation, durchgeführt hat. Das Ziel war, auf dem Land Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen, neue Absatzwege für landwirtschaftliche Produkte zu finden und die ländlichen Regionen zu stärken. Die Frauen erhalten eine theoretische und praktische Ausbildung zu Fragen der Verarbeitung und Konservierung von Lebensmitteln sowie zu Marketingmaßnahmen, Buchhaltung, Vertrieb und juristischen Grundlagen, die für die Führung einer Kooperative notwendig sind. Sie sollen dann in der Lage sein, selbst eine Genossenschaft zu gründen. Inzwischen sind 32 weitere Kooperativen und eine Reihe von Arbeitsgruppen aus diesem Projekt hervorgegangen.








