Bienenrassen

Die Honigbiene der Gattung Apis gab es ursprünglich nur in Europa, Asien und Afrika. Nach der Entdeckung und Besiedelung von Australien und Amerika gelangte sie auch dorthin. Heute ist die Biene Apis mellifera (A. m.) in vielen Ländern Wirtschaftsbiene Nummer eins und hat die weltweit größte Bedeutung.

Europa
Europa ist die natürliche Heimat vieler weltweit verbreiteter Bienenrassen wie z.B. der in Italien heimischen Apis mellifera ligustica. Die Bienenrassen unterscheiden sich in ihrer Anpassungs- und Leistungsfähigkeit sowie Sanftheit und Schwarmtätigkeit. Bienen schwärmen, wenn sie nicht mehr ausreichend Platz in der Beute haben. Dann verlässt die alte Bienenkönigin mit vielen Bienen das Volk und gründet an einem anderen Ort ein neues Volk. Die weltweit am meisten genutzte Wirtschaftsbiene ist die Italienerbiene (Apis mellifera ligustica). Sie ist besonders anpassungsfähig, sanftmütig und schwärmt nur selten. Zusätzlich bildet sie starke Völker, die einen reichen Ertrag versprechen. In vielen europäischen Ländern z.B. Deutschland, Österreich bevorzugen Imker die Carnica-Biene (Apis mellifera carnica). Auch sie zeichnet sich durch Sammelfleiß, Sanftheit und Schwarmfreude aus. Zusätzlich ist sie in der Lage, auf Grund des Nektar- und Pollenangebotes die Volksstärke wachsen bzw. stagnieren zu lassen.

Asien
Asiatische Bienen (Apis mellifera cerana) sind sehr sanftmütig, besitzen nur wenig Sammelfleiß und unterscheiden sich stark in ihrer Größe. So misst etwa die hornissenlange Riesenhonigbiene 35 mm Länge, wo es die kleine Zwerghonigbiene nur auf 11 mm bringt. Asiatischge Bienen sind für die Bauern ideal, da sie am Haus oder im Dorf gehalten werden können. Zusätzlich benötigen sie keine moderne Technologie (keine Beute), wenig Pflege (kein Futterzucker) auf Grund der Vegetation und keine Medikamente (gegen asiatische Bienenmilben). Aber auch in Asien ist ein Rückgang der flächendeckenden Bienenhaltung zu beobachten. Umweltzerstörung, fehlende Trachten und der Mangel an natürlichen Nistmöglichkeiten sowie die Einführung der westlichen Honigbiene Apis mellifera drängen die heimischen Bienen zurück. Es besteht die Gefahr, dass eine ausreichende Bestäubung der Pflanzen in ein paar Jahren nicht mehr gesichert ist.

Afrika
Afrikanische Bienenrassen (z.B. Apis mellifera scutellata) sind im Vergleich zu anderen relativ klein. Sie zeichnen sich durch rasche Vermehrung und große Verteidigungsbereitschaft aus. Da die Bienen in traditionellen Röhrenbeuten gehalten werden, können die Imker meist nur wenig Honig ernten. Die Imker in Süd- und Nordafrika haben große Probleme bei der Bekämpfung der Varroamilbe. Infolgedessen ist ein starker Rückgang der traditionellen Imkerei zu beobachten.

Australien
"Down under" ist der einzige Kontinent, auf dem die Varroamilbe bei den Bienenvölkern (z.B. Apis mellifera ligustica) noch keinen Schaden angerichtet hat. Deshalb können dortige Imker hohe Erträge verzeichnen.

Amerika
In Nordamerika sind Italiener- ( Apis mellifera ligustica) und Kaukasische Biene (Apis mellifera caucasica) weit verbreitete Wirtschaftsrassen der Großimker. Zahlreiche Bienenkrankheiten  schädigen auch hier die Völker. In Südamerika sind stachellose Bienen (Meliponen, Trigonen) heimisch. Für ihre Verteidigung besitzen sie statt des Stachels sehr gute Mundwerkzeuge. Sie zeichnen sich durch kleine Völker und einen waagerechten Wabenbau aus. Von ihnen gewonnener Honig besitzt einen hohen Wasser- und Säuregehalt sowie eine dunkle Färbung. Auf Grund seines herben Geschmackes wird der Honig vorrangig als Medizin verwendet.