Honigarten

Die Bienen stellen Honig aus Blüten oder Insektensekreten her. Er dient ihnen als Futter für den Winter und wird in Honigwaben gelagert. Imker gewinnen den Honig aus den Waben mit Hilfe mechanischer Verfahren, z.B. Schleudern oder Pressen. Die Honigarten werden nach ihrer Herkunft in Blüten- bzw. Nektar- und Honigtauhonig differenziert. Nach Art der Herstellung werden Schleuder-, Tropf-, Press-, Waben-, Back- und gefilterter Honig unterschieden.

Blüten- und Nektarhonig
Für Blüten- bzw. Nektarhonige sammeln Bienen den Nektar von Blüten, Blattstielen und Stengeln der Pflanzen. Die Menge des ausgeschiedenen Nektars der Pflanze ist abhängig von ihrem Alter, dem Standort und der Tageszeit. Stammt Honig überwiegend von einer Pflanzenart (z.B.Löwenzahn), dann wird er nach ihr (z.B. Löwenzahnhonig) benannt. Blüten- bzw. Nektarhonige kristallisieren schneller als Honigtauhonige und sind häufig süßer.



Honigtauhonig
Honigtauhonig stammt von Insekten, z.B. Rinden- oder Schildläusen. Um sich zu ernähren saugen sie Pflanzensaft aus Bäumen wie Linden oder Tannen. Dieser Pflanzensaft wird als kohlenhydratreicher Honigtau ausgeschieden und anschließend von Bienen und Ameisen gesammelt. Honigtauhonig enthält wesentlich mehr Mineralstoffe als Blüten- bzw. Nektarhonig.

Schleuderhonig
Schleudern ist die häufigste Methode der Honigherstellung. Durch Zentrifugieren (Schleudern) der entdeckelten, brutfreien Waben wird der Honig gewonnen, abgefüllt und anschließend im Handel angeboten.

Tropf- und Presshonig
Seltener sind dagegen Tropf- und Presshonig. Durch Austropfen der entdeckelten, brutfreien Waben wird Tropfhonig gewonnen. Presshonig entsteht durch Pressen der brutfreien Waben, ohne dass sie entdeckelt oder erwärmt werden. Aufgrund des hohen Pollen- und Wassergehaltes ist Presshonig weniger lange haltbar als ein Schleuderhonig. Presshonig gilt in der Lüneburger Heide als Spezialität der Korbimker.

Waben- oder Scheibenhonig
Waben- oder Scheibenhonig befindet sich noch in den von Bienen frisch gebauten und verdeckelten Waben. Die ganzen oder geteilten Waben werden portionsweise im Handel angeboten. Waben- oder Scheibenhonig ist naturbelassen und deshalb ein seltener und teurer Honig. Er ist der einzige, bei dem die Art der verwendeten Wabe gesetzlich vorgeschrieben ist.

Gefilterter Honig
Während der Herstellung wird Honig mittels Druck durch Mikrofilter gepresst, wobei anorganische Stoffe wie Insektenteile und wertvolle organische Bestandteile wie Pollen entzogen werden. Da die Herkunft eines Honigs mittels Pollenanalyse ermittelt wird, ist die Beimischung eines solchen Honigs zu anderen Sorten ohne Nachweis möglich. Ein Honig der gefiltert wurde, wird im Handel als "gefilterter Honig" gekennzeichnet.

Backhonig
Auf Grund von Herstellungs- und Lagerfehlern kann Honig einen fremden Geruch bzw. Geschmack aufweisen, zu hoch erhitzt oder in Gärung übergegangen sein. Dieser Honig wird als Backhonig in der industriellen Produktion verwendet und ist nicht im Einzelhandel erhältlich. Auf dem Etikett der Verpackung muss die Angabe "nur zum Kochen und Backen" stehen. Während der Lebensmittelherstellung von z.B. Kuchen oder Plätzchen wird er beigefügt und verarbeitet.

Kauft man Honig im Supermarkt, dann ist man bei gleicher Sorte immer gleiche Qualität in Aussehen und Geschmack gewöhnt. Dies ist bei Mischhonigen sehr gut möglich, weil verschiedene Honigsorten vermengt werden. Dabei wird leicht vergessen, dass Honig ein Naturprodukt ist. Dass bedeutet, der Imker nebenan kann nicht das ganze Jahr über mit immer gleichen Sorten in immer gleicher Qualität glänzen, da er abhängig von Witterung und Bienentracht ist. So gibt es in dem einen Jahr reichlich Honigtautracht von Tannen und im darauffolgenden Blütentracht der Linde. Mit anderen Worten: Die Honigqualität ist abhängig von Wetter, Blüte und Bienen. Damit er diese Risikofaktoren kalkulieren kann, muss der Imker den Honig für einen Preis verkaufen, der gerade seine Kosten deckt. Weil Hobbyimker selten so viel Honig gewinnen wie Großimker und damit ein kleineres Sortiment haben, verlangen sie höhere Preise als ein Supermarkt.