Guarana

Die botanische Bezeichnung für Guarana lautet Paullinia cupana. Die Ureinwohner des Amazonas-Gebietes haben die Guarana-Pflanze entdeckt und die Samen der Früchte zur Anregung, zur Erhöhnung der Konzentration, zur Leistungssteigerung und zur Unterdrückung des Hungergefühl genutzt. Guarana wurde auch von Medizinmännern als Aufbau- und Kräftigungsmittel eingesetzt. In Brasilien ist es als eine Art National-Getränk weit verbreitet. Guarana erlebte Anfang der 1990er Jahre einen Boom im westlichen Ausland und wird seitdem in den USA und Europa als Pulver sowie als Inhaltsstoff von Tees, Riegeln, Kaugummis, Kautabletten und so genannten Energy-Drinks verwendet. Die Produkte enthalten entweder verarbeitete Guaranasamen oder Guarana-Extrakt, der als Auszug aus Guarana-Samen hergestellt wird.

Bio-Anbau, Ernte und Verarbeitung
Inhaltsstoffe

Bio-Anbau, Ernte und Verarbeitung
Guarana wächst im brasilianischen Regenwald am Amazonas und seinen Nebenflüssen, z. B. am Orinoko in Venezuela. Sie ist eine Kletterpflanze (Liane) mit weißlich-gelben Blüten, die bis zu 10 Meter lang werden kann. Beim Bio-Anbau wir Guarana in Mischkulturen gepflanzt, als Rankepflanze an größeren, schattenspendenden Bäumen. Konventionelles Guarana wird auf Plantagen gewonnen.

Hauptanbauland für Guarana ist Brasilien. Darber hinaus wird es in Sri Lanka, Uruguay und Mittelamerika angebaut. Die Pflanze blüht im Juli und August, danach reifen die Früchte bis Dezember heran. Sie enthalten braun glänzende Samen, die in ihrem Aussehen Rosskastanien ähneln. Die Pflanzen tragen vom vierten Jahr an Früchte und liefern ca. 35 Jahre lang zwischen 1,3 und 5 kg Samen pro Jahr und Pflanze. Die Früchte werden per Hand gepflückt, die Samen herausgelöst und anschließend in einem Trockner bei 40 Grad getrocknet. Zum Teil werden die Samen auch geröstet. Dann werden sie geschält und schließlich zu Pulver vermahlen. In der Schale befinden sich Substanzen, die das Pulver bitter machen, daher ist es wichtig, sie zu entfernen. Die Samen sind dann auch weniger anfällig für Schimmelbefall. Manchmal wird die Schale mitvermahlen. Dies erkennen Sie an den kleinen dunklen Punkten in dem braunen Pulver. Guarana-Pulver hat einen nussig-erdigen Geruch und einen herben, aber nicht bitteren Geschmack. Brasilien produziert jährlich etwa 600 Tonnen Guarana.

Inhaltsstoffe
Guarana enthält etwa doppelt bis dreimal so viel Koffein wie Kaffee: in 100 g Guaranasamen sind 3-6 g Koffein. Es ist teilweise an Gerbstoffe gebunden ist und wird daher im Körper nur langsam freigesetzt. Guarana enthält 11 g Fett, 3 g Eiweiß, 10 g Stärke und 50 g Ballaststoffe, in Spuren Theobromin und Theophyllin. Darüber hinaus ist Guarana frei von Reizstoffen.

Bei der traditionelle Zubereitung der Indianer werden die gerösteten und gemahlenen Guaranasamen mit Wasser und Maniokmehl zusammen zu einem Brei verrührt. Diese Pasta Guarana wird zu Rollen oder flachen Kuchen geformt und in der Sonne oder über einem Feuer getrocknet, bis sie fest geworden ist. Bei Bedarf werden die benötigten Mengen abgeschabt und mit Wasser verrührt genossen.