Anbau

Die beiden Arten Robusta und Arabica unterscheiden sich in ihren Ansprüchen an die Umgebung. Bei Arabica sorgen Durchschnittstemperaturen von 17 - 23 °C für gute Erträge, 30 °C sollten nicht überschritten werden. Diese Sorte reagiert empfindlich auf größere Niederschlagsmengen und zu hohe Luftfeuchtigkeit. Sie hat ein tiefes Wurzelsystem und gedeiht am besten in tropischen Höhenlagen (600 - 1.200 m) und den Sommerregengebieten der Subtropen. Die Arabica-Bohnen sind oval mit ca. 16 % Ölanteil, der für einen aromatischen Geschmack sorgt.

Robusta braucht höhere Temperaturen als Arabica, der günstige Temperaturbereich liegt bei 18 - 27 °C. Sie verfügt über ein flaches Wurzelsystem und braucht daher mehr Regen, der möglichst gleichmäßig verteilt sein sollte. Die Pflanze ist insgesamt widerstandsfähiger und gedeiht am besten in niedrigeren Höhenlagen (300 - 800 m). Die Robusta-Bohnen sind rundlich und enthalten weniger Fett, dafür doppelt soviel Koffein wie Arabica. Über 70 % des Welt-Kaffeeanbaus entfallen auf Arabica, knapp 30 % auf Robusta, der Rest auf Sorten mit geringerer Bedeutung, z. B. Coffea liberica (Liberiakaffee).

Die Anbauländer für Arabica sind vor allem Süd- und Mittelamerika. Hauptanbaugebiete sind hier Brasilien, Kolumbien, Mexiko, Guatemala, El Salvador, Costa Rica und Honduras. Auch in Äthiopien, Kenia und einigen Ländern Südostasiens wird Arabica angebaut. Robusta wird in größerem Umfang in Indonesien, Vietnam, Brasilien, Elfenbeinküste, Uganda, Indien, Philippinen und Kamerun angebaut.

Die Aufzucht der Kaffeepflanzen
Damit die Kaffeepflanzen optimal gedeihen, muss der Boden tief, locker, gut belüftet und durchlässig sein. Kaffee wird meistens aus Samen gezogen. Zum Keimen wird das Saatgut in dafür hergerichtete Saatbeete eingedrückt. Nach fünf bis sechs Wochen hat sich das erste Blattpaar entwickelt. Dann werden die kleinen Pflanzen in Einzelbehälter umgepflanzt und in die Pflanzenschulbeete gesetzt. Dort werden sie gepflegt, gedüngt und bewässert. Wenn die Pflanzen acht Monate alt sind, werden sie auf der Plantage angepflanzt.

Kaffeesträucher blühen ab dem dritten Jahr. Sie bringen ab dem dritten oder vierten Jahr die ersten Erträge und erreichen das Ertragsmaximum nach sechs bis acht Jahren. Nach dem 20. Jahr gehen die Erträge langsam zurück, lohnende Erträge bringen die Pflanzen etwa bis zum 30. Jahr. Die Kaffeekirschen reifen in 8-12 Monaten heran. Da es bei Kaffee mehrere Blütephasen gibt, kann mehrmals pro Jahr geerntet werden.

Zahlreiche Pilzkrankheiten und Schädlinge bedrohen die Pflanze. Meist führen sie nur unter sehr ungünstigen Wachstumsbedingungen zu größeren Schäden. Kaffeerost ist der bedeutendste Schaden. In feuchttropischen Gebieten kann er den Anbau von Arabica gänzlich verhindern. Weitere Krankheiten sind die Spinnwebkrankheit, Kaffeekirschenkrankheit, Schwarzblättrigkeit, Augenfleckenkrankheit und Welkekrankheit, die in den Anbauregionen unterschiedlich stark verbreitet sind. Auch tierische Schädlinge wie der Kaffeekirschenbohrer, Miniermotten und Stammbohrer sowie verschiedene Läusearten treten auf.