Kaffee

Insgesamt gibt es ca. 60 Arten Kaffeepflanzen. Angebaut werden vor allem Coffea arabica ("Arabica-Kaffee") und Coffea Canephora ("Robusta-Kaffee"). Diese beiden Arten sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Arabica liefert 61 % der Weltkaffeeproduktion, Robusta rund 39 %.

Die Kaffeepflanze der Art Coffea Arabica stammt ursprünglich aus Äthiopien. Um die Entdeckung des Kaffees als Getränk ranken sich eine Reihe von Legenden. Ein Hirte in Abessinien (heutiges Äthiopien) soll Mönche um Rat gefragt haben, denn die Tiere seiner Herde schliefen nachts nicht mehr sondern waren ausgesprochen munter. Beobachtungen der Mönche ergaben, dass die Tiere Beeren eines wildwachsenden Baumes fraßen, die für das ungewöhnliche Verhalten verantwortlich zu sein schienen. Die Mönche nahmen die Beeren mit. Da sie roh nicht genießbar waren, kochten und tranken sie einen Aufguss. Sie waren angenehm überrascht von der belebenden Wirkung des Getränks, das sie fortan nutzten, um während langer nächtlicher Gebetsübungen wach zu bleiben.

Die Verbreitung des Kaffees
Von der abessinischen Provinz Kaffa aus gelangte der Kaffee nach Jemen und wurde dort zunächst als Heilmittel verwendet, wie Aufzeichnungen aus dem 11. Jahrhundert zeigen. Von Jemen breitete sich die Kaffeekultur durch Nomaden über den arabischen Raum und später über die ganze Welt aus. Wie aus alten Schriftstücken hervorgeht, wird seit Mitte des 15. Jahrhunderts in Arabien Kaffee getrunken. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts und Anfang des 16. Jahrhunderts eroberte Kaffee das Arabische Reich und gelangte in die Türkei. Die Türken verbreiteten den Kaffee weiter über das osmanische Reich bis ins südöstliche Europa.

Ende des 16. Jahrhunderts brachten Reisende und Forscher erste Informationen über den Kaffee nach Europa. Anfang des 17. Jahrhunderts gelangten die ersten Kaffeebohnen durch Handelsreisende nach Europa. Größere Kaffeetransporte folgten zunächst nach Venedig, später Marseille, London, Amsterdam, Bremen und Hamburg. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Kaffee zum Luxusgetränk der höfischen Gesellschaften und zu einer Mode des Adels - Kaffee war teuer und damit ein Symbol für Reichtum. 1645 eröffnete das erste Kaffeehaus in Venedig, andere europäische Städte folgten. Ein reger Kaffeehandel begann, wobei zu dieser Zeit das Kaffeemonopol bei den Arabern lag.

Durch den wirtschaftlichen Aufstieg und die Zunahme der Handelsmacht waren die Kolonialmächte ebenfalls am Anbau und Handel mit Kaffee interessiert und durchbrachen schließlich das Monopol der Araber. Die Holländer gelangten in den Besitz von Kaffeepflanzen und brachten sie erst nach Ceylon (heute Sri Lanka) und später nach Indonesien. Die erste Ernte wurde Anfang des 18. Jahrhunderts eingebracht. Von den Kolonialmächten wurde der Kaffeeanbau auf alle geeigneten Gebiete der Erde ausgedehnt.

Parallel dazu hielt der Siegeszug des Getränks in Europa und Nordamerika an. Zwischen 1750 und 1850 entstanden große Plantagen in Brasilien, wo der Kaffeeanbau aufblühte. Bis heute liegt dort die Hauptproduktion. 1860 wurde die Kaffeesorte Robusta in Afrika entdeckt. Im 19. Jh. bildete sich auf Kaffee spezialisierter Handel heraus, der durch die Verbesserung der Transportbedingungen erleichtert wurde. Um 1850 war Kaffee zum Volksgetränk geworden. Im 20. Jahrhundert wurde das Kaffee-Angebot immer weiter ausgebaut.