Maté-Tee

Das traditionelle Getränk Südamerikas hat eine anregende und vitalisierende Wirkung, ähnlich wie grüner oder schwarzer Tee. In Teilen Südamerikas ist Maté-Tee ein regelrechtes Kultgetränk und jedes Land hat seine spezielle Zubereitungsart. Trotz mehrerer Versuche konnte er sich in Nordamerika und Europa nicht in der breiten Bevölkerung durchsetzen. Daher ist der Export gering und die Produktion dient überwiegend dem Eigenbedarf. Maté-Tee wurde schon von den Ureinwohnern Lateinamerikas genutzt. Um 1580 lernten ihn spanische Jesuitenpater von den Indianern des Amazonasgebietes kennen.

Pflanze und Anbau
Ernte und Verarbeitung
Inhaltsstoffe

Pflanze und Anbau
Die Matépflanze ist ein 6-14 Meter hoher immergrüner Baum und mit unserer heimischen Stechpalme verwandt. Er wächst wild und wird seit etwa 130 Jahren auch in Kultur angebaut. Gute Wachstumsbedingungen hat er bei einer Durchschnittstemperatur von 20 - 23 °C. Maté wird überwiegend in Paraguay, Argentinien und Brasilien angebaut. Bei der traditionellen Zubereitung in Brasilien werden die Blätter in einem ausgehöhlten Flaschenkürbis (= Maté in der Sprache der Inka) oder in einer Schale mit fast kochendem Wasser aufgebrüht. Das Getränk wird mit einem Saugröhrchen, der Bombilla, genossen. Die Bombilla ist am unteren Ende mit einem Sieb ausgestattet, damit die Blätter zurückgehalten werden.

Ernte und Verarbeitung
Maté wird im südamerikanischen Herbst geerntet, in dem die beblätterten Äste abgeschlagen werden. Für Maté-Tee werden Blätter, Blattstiele, Blütenstiele und jungen Triebspitzen verwendet. Zum Rösten des Tees werden die geschnittenen Äste über einem Feuer gedreht oder die Blätter werden entfernt und dann in Drahtgeflechttrommeln über dem Feuer geröstet. Wie beim grünen Tee werden durch das Rösten die Enzyme in ihrer Aktivität und damit der Fermentationsprozess gestoppt, die Farbe der Blätter bleibt erhalten und es entstehen charakteristische Aromastoffe. Anschließend werden die Blätter getrocknet und in Stückchen zerkleinert oder zu Pulver vermahlen und verpackt. Die Jahresproduktion liegt in Südamerika bei ca. 200.000 Tonnen.

Inhaltsstoffe
Maté enthält vor allem Koffein: 0,5 - 1,5 g in 100 g Mateblättern. Der Koffeingehalt ist geringer als beim schwarzen Tee (ca. 3 g/100g), aber ähnlich hoch wie beim Kaffee (ca. 1,3 g/100g). Die Hälfte des Koffeins ist an Gerbstoffe gebunden, daher geht nur etwa ein Drittel der enthaltenen Koffeinmenge in das Getränk über.

Weitere Inhaltsstoffe von 100 g Maté-Blättern sind: 12 g Eiweiß, 4 g Fett, 65 g Kohlenhydrate, 5 g Ballaststoffe, 7 g Gerbstoffe und 6 g Mineralstoffe.