Öko-fairer Tee

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Projekte vor, in denen öko-fairer Tee erzeugt wird:

Bio-Tee mit Fairtrade-Siegel
Öko-faire Initiativen der gepa
Öko-faire Initiativen von Naturland
Öko-faire Initiativen von El Puente
Die Tee-Kampagne

Bio-Tee mit Fairtrade-Siegel
Die FLO arbeitet mit 49 Teeplantagen und Teekooperativen zusammen. Für Tee gibt es keinen einheitlichen Marktpreis. Die Preise, die die Erzeuger für Ihre Produkte erhalten, sind abhängig von der Qualität, der Herkunft und von Verarbeitungsmethoden. Daher gibt es enorme Preisunterschiede. Der Preis, den die Erzeuger für den Tee nach den Bedingungen des Fairtrade-Siegels erhalten, setzt sich zusammen aus einem Mindestpreis, der die Produktionskosten deckt und einem festgelegten Fairhandels-Aufschlag, der zwischen 0,51 und 1,02 Euro pro Kilo liegt. Die Lizenzgebühren von 0,42 Euro bzw. 0,28 Euro für im Ursprungsland verpackten Tee werden an TransFair zusätzlich zum festgelegten Mindestpreis gezahlt. Sie schmälern daher nicht das Einkommen der Erzeuger.

Firmen, die Tee mit Fairtrade-Siegel anbieten, sind u. a. die gepa, der ökologische Teehandel Cha Dò (u. a. Tee aus Indien, Sri Lanka, Japan und China), Lebensbaum Ulrich Walter GmbH, Der Teeladen Tee Gschwendner (im Angebot ein Ceylon-Tee, außerdem Naturland-zertifizierter Tee und Tee mit Bio-Siegel) und der Versandhandel Tee-Blatt.

Öko-faire Initiativen der gepa
Die Tees der gepa aus ökologischem Anbau müssen den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung entsprechen. Die Handelspartner der gepa in den Teeanbaugebieten arbeiten mit dem Anbau-Verband Naturland zusammen und bauen den Tee entsprechend dieser Richtlinien an. Das Naturland-Zeichen und die Lizenzen werden von der Naturland-Zeichen GmbH im Auftrag von Naturland e. V. vergeben. Anbau und Verarbeitung werden von dem unabhängigen Institut für Marktökologie (IMO) überprüft. Daneben überprüft die gepa die eingeführten Tees, Verpackungsmaterialien und Etiketten auf Schadstoffrückstände und gesundheitliche Unbedenklichkeit. Von den Tees werden Proben im Ursprungsland genommen, die in Deutschland analysiert werden. In Deutschland angekommen, werden die Tees wiederholt untersucht. Wenn keine Beanstandungen bestehen, gelangen die Tees in den Verkauf. Die Tees werden im Herkunftsland verarbeitet und verpackt. Auf diese Weise entstehen zahlreiche zusätzliche Arbeitsplätze und soziale und wirtschaftliche Projekte in den Dörfern werden ermöglicht.

Seit 1986 wird auf der Plantage Idulgashena Bio-Tee in Zusammenarbeit mit der dort ansässigen Handelsunternehmen Stassen Natural Foods angebaut. Durch den fairen Handel konnten zahlreiche soziale und medizinische Einrichtungen und Projekte umgesetzt werden. Der Artikel "15 Jahre Bio-Tee" beschreibt diese Initiative ausführlich.

Weitere Initiativen für Bio-Tee in Indien:

  • Die Samabeong-Plantage im Gebiet Darjeeling, die von dem gepa-Partner Tea Promoters India (TPI) betreut wird. Das Teehandelsunternehmen hat die heruntergewirtschaftete Plantage 1990 übernommen und auf ökologischen Anbau umgestellt. Neben der Teequalität haben sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Teearbeiterinnen und -arbeiter wie Wohnverhältnisse, hygienische Bedingungen und die ökologische Situation in den Anbaugebieten entscheidend verbessert. Soziale Einrichtungen, Bildungsangebote und Möglichkeiten zur Gesundheitsvorsorge wurden geschaffen. Zusätzliche Arbeitsplätze wurden durch die Herstellung von Verpackungsmaterial, Etiketten und die Verpackung des Tees geschaffen. 
  • Die Banaspaty-Plantage im Gebiet Assam in Zusammenarbeit mit Tea Promoters India, auf der seit 1995 ökologischer Tee angebaut wird.

Öko-faire Initiativen von Naturland e. V.
Ende November 2003 wurde in Peermade in Südindien die Sahyadri Organic Tea Factory eröffnet. Diese Öko-Teefabrik ist ein gemeinsames Projekt der Naturland e. V. und der kirchlichen Nichtregierungsorganisation Peermade Development Society. Naturland konnte eine Teilfinanzierung des Projektes durch finanzielle Unterstützung der Europäischen Union sicherstellen. In dieser neuen Fabrik können über 1.000 Kleinbauern ihren ökologisch angebauten Tee verarbeiten und selbst vermarkten. Da die Umstellung auf ökologischen Tee drei Jahre dauert, wird der Tee zunächst als "Umstellungstee" erhältlich sein. Ein Importeur in Freiburg ist bereits gefunden. Für die Vermarktung des Tees haben die Bauern das Sahyadri Farmers Consortium gegründet.
Bisher waren viele Bauern in der Region neben dem Gewürzanbau auf den Verkauf ihres Tees an die bestehenden Teefabriken zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes angewiesen. Doch diese Fabriken besitzen eigene Teeplantagen und kaufen den Kleinbauern nur dann Tee ab, wenn ihre eigene Erntemengen nicht ausreichen. Niedrige Teepreise haben zusätzlich dazu bei getragen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Bauern weiter verschlechterte, die Arbeitslosigkeit liegt in diesem Gebiet bei weit über 50 %. Die Bauern setzen ihre Hoffnungen nun in die neue Fabrik, die Mitte Dezember 2003 in Betrieb genommen werden soll. Umfangreiche Schulungen über ökologische Landwirtschaft, wirtschaftliche Grundlagen und die schrittweise Umstellung des Anbaus sind ebenso Bestandteil des Projektes wie die Organisation und Überwachung der Bauarbeiten und die Beschaffung der notwendigen Maschinen.

Öko-faire Initiativen von El Puente
El Puente vertreibt grünen und schwarzen Tee in Bio-Qualität aus dem Nordosten Indiens und aus Nepal. Der indische Tee stammt aus Darjeeling und dem Bundesstaat Tripura. Der Teegarten Dooteriah im Darjeeling-Gebiet hat mit der Umstellung auf ökologischen Anbau 1994 begonnen und liefert heute vom Schweizer Institut für Marktökologie kontrollierten Tee, der den EU-Richtlinien für ökologischen Landbau entspricht. Der Bio-Anbau und der faire Handel ermöglichen den Arbeitern im Teegarten gesicherte Arbeitsverhältnisse, ein gutes Arbeitsklima sowie gerechte Löhne, die Rücklagen für eine Altersversorgung ermöglichen. Sie erhalten Unterkunft und Verpflegung sowie eine medizinische Versorgung.
Aus Tripura stammt ein Tee, der von der EKTA e. V. aus Deutschland und der Equitable Marketing Association (EMA) vor Ort gefördert und vermarktet wird. Die Entwicklung von demokratischen und sozialen Strukturen in den sechs Kooperativen geht langsam voran und die Umstellung auf biologischen Anbau ist angelaufen. Eine der Kooperativen wartet auf ihre Anerkennung als Bio-Kooperative. El Puente unterstützt die Kooperativen mit einer Mehrzahlung, damit komplett auf kontrolliert-ökologischen Anbau umgestellt werden kann.

Die Teekampagne
In Kooperation mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) betreibt die TEEKAMPAGNE seit Jahren ein Projekt zur Wiederaufforstung im Teeanbaugebiet Darjeeling. Gefördert wird zusätzlich ökologischer Teeanbau sowie der organische Anbau von Gemüse mit dem Ziel, die ökologischen und ökonomischen Bedingungen für die Bauern dort zu verbessern. Der Tee der TEEKAMPAGNE ist zum Teil in Bio-Qualität (zu erkennen am Bio-Siegel) erhältlich. Ziel der Kampagne ist es außerdem, den Produzenten höhere Erlöse entsprechend der Qualität ihrer Tees zu zahlen und die Nachfrage nach hochwertigem Tee anzukurbeln.