Pinienkerne

Pinienkerne sind die Samen der im gesamten Mittelmeerraum weit verbreiteten Pinie und werden als geschälte Kerne verzehrt. Sie wachsen in den Pinienzapfen heran. Die Haupterzeugerländer sind die Mittelmeeranrainer, Pinienkerne gehören auch zu den festen Bestandteilen der regionalen Küche, als Pesto, in Salaten, als Zutat beim Backen oder im Reis.

Als Pinienkerne werden auch Samen aus anderen Kieferarten wie der Korea-Kiefer in Europa vertrieben. Diese Produkte stammen aus China, Pakistan und Südkorea. Da Kiefern im Englischen alle als „pine“ bezeichnet werden, hat sich die Handelsbezeichnung Pinienkerne für diese anderen Samenkerne durchgesetzt.

Mit diesen Importprodukten ist das so genannte Pine Nut Syndrome (PNS) verbunden, das seit einigen Jahren in Europa und seit 2010 auch in Deutschland beobachtet wurde. Die betroffenen Personen klagten nach Verzehr von Pinienkernen über länger anhaltende Beeinträchtigungen ihres Geschmacksvermögens. Alle Lebensmittel haben dann für eine Zeitlang einen metallisch-bitteren Beigeschmack. Dieser Effekt kann bis zu zwei Wochen anhalten, danach stellt sich das ursprüngliche Geschmacksvermögen wieder ein. Welcher Bestandteil oder welcher Wirkungszusammenhang für diesen Effekt verantwortlich ist, ist bislang nicht festgestellt worden. Offenbar handelt es sich dabei um einen natürlichen Inhaltsstoff, denn bei den Produkten, die entsprechende Beeinträchtigungen hervorgerufen haben, sind keine Pestizide, Gifte von Schimmelpilzen, Schwermetalle oder andere Verunreinigungen festgestellt worden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 2011 festgestellt, dass bislang nicht von einer Gesundheitsgefährdung durch PNS auszugehen ist. Einen ähnlichen Effekt ruft der Verzehr der Wunderbeere hervor. Ein bestimmter Inhaltstoff dieser Beere sorgt dafür, dass die Zunge über einen längeren Zeitraum Saures und Bitteres als Süßes wahrnimmt.