Häufige Fragen

1. Was bedeutet der Hinweis auf der Verpackung „Schale zum Verzehr geeignet“?

Schale zum Verzehr geeignet heißt: keine Nachernte-Behandlungsmittel und keine Schimmelpilzbehandlungsmittel auf die Orange aufgebracht. Das bezieht sich aber nicht auf den Pestizideinsatz während des Anbaus.
Bio-Orangen werden generell nicht mit Pestiziden behandelt, daher kann man ihre Schale ohne Erhitzen essen. Allerdings kann man notfalls auch konventionelle Orangenschalen zum Backen benutzen, da eventuelle Pestizidrückstände bei etwa 200°C zerfallen.


2. Wer kontrolliert die Pestizidrückstände auf Orangen?

Wie hoch die Rückstände von Pestiziden bei Lebensmitteln maximal sein dürfen ist per EU-Gesetz geregelt. Die Einhaltung der Grenzwerte wird in Deutschland bei der amtlichen Lebensmittelüberwachung durch die einzelnen Bundesländer überprüft. Einige Länder wie Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg veröffentlichen die Ergebnisse zu den Rückstandsuntersuchungen online. Eine nationale Berichterstattung zu Pflanzenmittelrückständen findet sich auf der Webseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).


3. Sind Bio-Orangen frei von Pestiziden?

Bei verschiedenen Tests zu Pflanzenschutzmittelrückständen bei Orangen im Jahr 2013, durchgeführt vom Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg und dem Chemischen und Veterinär¬unter¬suchungs¬amt Stutt¬gart (CVUA),  wurden keine oder nur Spurenelemente von Pestizidrückständen auf Bio-Orangen festgestellt.
Der allgemein zulässige EU-Standardhöchstwert für Pestizidrückstände auf Lebensmitteln beträgt 0,01 Milligramm pro Kilogramm.


4. Sind Bio-Orangen gesünder als konventionelle?

Der bisherige Forschungsstand zeigt kaum Unterschiede beim Nährstoff- und Vitamingehalt von Bio- und Nicht-Bio-Lebensmitteln. Allerdings fehlen belastbare Studien über die gesundheitlichen Langzeit-Effekte von Bio-Nahrung. Generell reduziert der Konsum von Bio-Orangen im Vergleich zu konventionellen jedoch das Risiko, Pestizidrückstände zu sich zu nehmen. Außerdem  belasten Bio-Orangen wesentlich weniger die Umwelt.


5. Wie viel Vitamin C ist in Orangen enthalten?

In 100 Gramm einer Orange sind etwa 50 Gramm Vitamin C enthalten. Außerdem liefert sie weitere wichtige Inhaltstoffe wie Kalzium, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamin B1, B2 und B3.


6. Sind Orangen genießbar, wenn sie noch leicht grün sind?

Allein die Farbe, also ob grün oder orange, sagt noch nichts über den Geschmack der Orange aus.  Entscheidend ist der Grad der Reife, also das Verhältnis von Säure und Zuckergehalt. Auch grüne Orangen können schon reif sein und sehr süß schmecken. Bei tropischen Orangen ist das sogar normal, denn Orangen werden erst durch kühlere Temperaturen orange. Ist es durchgängig warm, bleiben sie grün. Für den deutschen Markt werden Orangen in der Regel aber nachträglich „entgrünt“, damit sie sich besser verkaufen.


7. Wie lagert man Orangen am besten, damit sie sich lange halten?

Orangen sollten kühl aufbewahrt werden. Allerdings nicht im Kühlschrank, da sie sehr kälteempfindlich sind. Außerdem sollten schimmlige Früchte gleich aussortiert werden, um eine Übertragung zu vermeiden. So können Orangen zwischen 4 bis maximal 8 Wochen gelagert werden.


8. Warum sind Bio- und Fairtrade-Orangen eigentlich teurer?

Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft ist der Bio-Orangen-Anbau arbeitsintensiver, da statt chemisch-synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel  mechanische Maßnahmen zum Pflanzenschutz getroffen werden. Weiterhin werden Bio-Orangen in kleinerer Menge angebaut und  die Ernten sind wesentlich geringer als bei den großen Agrarbetrieben, die dadurch kostengünstiger wirtschaften können. Bei Fairtrade-Orangen wird außerdem viel Wert darauf gelegt, dass die Landwirte die Produktionskosten decken können und die Arbeiter nicht mit Niedriglöhnen ausgebeutet werden.


9. Warum lassen sich manche Orangen so schlecht schälen?

Wie gut sich Orangen schälen lassen hängt vor allem von der Sorte ab. Besonders gut lässt sich die dicke Schale der Navel–Orangen vom Fruchtfleisch lösen.


10. Wie lange kann man Orangensaft aufbewahren?

Pasteurisierter Orangensaft lässt sich, ungeöffnet bei 4 – 15°C , bis zu einem Jahr ohne große Verluste an Aroma und Vitaminen lagern. Einmal geöffnet sollte er jedoch innerhalb weniger Tag aufgebraucht werden, da der Saft schnell verschimmeln und vergären kann. Verdorbener Orangensaft sollte nicht mehr getrunken werden.


11. Darf Bio-Orangensaft aus Fruchtsaftkonzentrat hergestellt werden?

Laut EG-Öko-Verordnung darf Orangensaft mit dem EU-Bio-Siegel auch aus Bio-Fruchtsaftkonzentrat hergestellt werden. Bei den ökologischen Anbauverbänden Demeter, Naturland und Bioland ist die Fruchtsaftherstellung aus Fruchtsaftkonzentraten grundsätzlich nicht erlaubt. Naturland lässt allerdings dann Ausnahmen zu, wenn dies aufgrund einer besseren Ökobilanz sinnvoll erscheint.


12. Ist Fairtrade-Orangensaft wirklich aus Fairem Handel?

Orangensaft gehört zu den Fairtrade-Produkten, bei denen der sogenannte Mengenausgleich angewendet wird. Beim Mengenausgleich geht es u. a. darum, dass auch Kleinbauern die Möglichkeit bekommen, ihre Orangen auf dem Weltmarkt verkaufen zu können. Häufig liefern die Landwirte aber nicht genug Orangen für eine Marge ab. Sie sind zur Weiterverarbeitung ihrer Ernte aber abhängig von der Infrastruktur der großen Unternehmen. Daher werden die unter Fairtrade-Bedingungen hergestellten Orangen mit anderen Orangen in der Fabrik gemischt. Ein Fairtrade-Orangensaft kann also auch Orangen aus konventioneller Produktion enthalten. Allerdings darf ein Safthersteller immer nur so viel Saft als Fairtrade-Saft verkaufen, wie er aus den Orangen, die er Fairtrade eingekauft hat, herstellen kann.
Mehr Infos zum Mengenausgleich stellt TransFair zur Verfügung:
www.fairtrade-deutschland.de/ueber-fairtrade/fairtrade-standards/standards-mengenausgleich

13. Gibt es gentechnisch veränderte Orangen?

Derzeit gibt es noch keine gentechnisch veränderten Orangen. Doch im Zusammenhang mit verheerenden Pflanzenkrankheiten wie „Huanglongbing“ („Citrus Greening“) wird intensiv daran geforscht. Da Orangenbäume üblicherweise aus Ablegern der Mutterpflanzen vermehrt werden, enthalten sie immer dieselben Gene. Bei dieser Züchtungsmethode können die Bäume keine natürlichen Resistenzen gegen Schädlinge und Krankheiten ausbilden. Auch auf natürlichem Wege würden sich diese nur sehr langsam entwickeln. Außerdem sind Mischkulturen auf den Plantagen nötig, als Barriere gegen eine zu schnelle Ausbreitung von Pflanzenseuchen. Da die industrielle Produktion aber auf möglichst schnelle und billige Produktion ausgelegt ist, setzt sie vor allem auf chemisch-synthetische Düngung,  Pestizidbehandlung und Gentechnik. Die ersten Gen-Orangen mit einem Spinatgen, als Schutz vor Mikrobenbefall, werden derzeit in den USA erforscht. Sie sind allerdings noch nicht auf dem Markt.