Orangen (-saft) aus Fairem Handel

Afrika, Lateinamerika und Asien

Orangen aus Fairem Handel gibt es vor allem in verarbeiteter Form – als Orangensaft, meist mit dem Fairtrade-Label gekennzeichnet. Als Frischfrucht sind Fairtrade-Orangen in Deutschland seltener zu finden. Sie kommen beispielsweise von der ägyptischen Kooperative Magrabi und werden von Bio- und Fairtrade-Obst-Importeuren für Europa eingekauft.

Initiativen für einen Fairen Orangenhandel setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Orangenproduktion ein. Denn in vielen Ländern stehen die geringen Einnahmen, kurzzeitigen Verträge und schlechte Arbeitsbedingungen im Missverhältnis zu den hohen Ausgaben und der körperlich anstrengenden Arbeit, die die Arbeit auf den Orangenplantagen für die Obstbauern mit sich bringt. Der Faire Handel will vor allem durch Zusicherung stabiler Mindestpreise für Orangen den Produzenten ermöglichen, wenigstens ihre Anbau- und Lebenshaltungskosten begleichen zu können.  Wie hoch dieser Mindestpreis ausfällt, richtet sich nach den Marktbedingungen der jeweiligen Länder. Er wird von der internationalen Dachorganisation des Fairen Handels (Fair Trade Labelling Organization International, FLO) zusammen mit ihren nationalen Mitgliedorganisationen und den Produzenten festgelegt.

Anders als im konventionellen Handel setzen die Akteure des Fairen Handels nicht auf maximale Gewinnabschöpfung unter Ausbeutung der Arbeitskräfte. Hauptziel ist vielmehr, für die Orangenbauern und ihre Erntehelfer eine menschwürdige Arbeits- und Lebenssituation zu schaffen. Auch ausbeuterische Kinderarbeit ist verboten.

Fairtrade Kooperativen sollen den Kleinbauernfamilien ermöglichen, neben den großindustriellen Saftherstellern überhaupt bestehen zu können. In demokratisch organisierten Fairtrade-Erzeugergemeinschaften erhalten sie Zugang zum Weltmarkt, auch jene Landwirte die nur sehr kleine Mengen an Orangen produzieren. Ohne die Organisation in Gemeinschaften können viele Orangenbauern dem wirtschaftlichen Druck der Großkonzerne nicht standhalten.

Eine zusätzlich zum Mindestpreis gezahlte Fairtrade-Prämie ermöglicht ihnen Gemeinschaftsprojekte zu finanzieren. Die im Fairen Handel üblichen langfristigen Lieferverträge bieten den Bauern außerdem mehr Planungssicherheit.

Europa

Der Zugang zum Fairtrade–Programm steht europäischen Orangenbauern nicht offen, da die Initiative auf die Zusammenarbeit mit Bauern aus dem globalen Süden spezialisiert ist.  Aber auch die Produzenten in wichtigen europäischen Orangenanbauländern wie Spanien und Italien leiden unter dem harten Preisdruck großer Einzelhandelskonzerne. Um ihre Früchte nicht zu Schleuderpreisen verkaufen zu müssen, wählen einige Erzeuger den Weg der Direktvermarktung. Sie bieten Endverbrauchern ihre Orangen online, direkt ab Hof, zum Kauf an.  Der bezahlte Preis kommt so ohne Abgaben an Zwischen- und Einzelhandel unmittelbar beim Bauern an. Dieses Prinzip gibt es, vor allem für unverderbliche Waren, weltweit.