Klimaschutzaspekte

Die kurzen Transportwege regionaler Lebensmittel haben einen wichtigen Vorteil: Es wird weniger klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen. Regionale Lebensmittel können also ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sein. Dieser Vorteil steht und fällt aber mit der Auslegung des Begriffs „Region“: Je großzügiger er definiert wird, umso länger werden die Wege der Rohstoffe und / oder des fertigen Produktes und umso ungünstiger fällt die Gesamt-Klimabilanz aus.

Ebenfalls wenig klimafreundlich ist es, beispielsweise die in der Umgebung gewachsenen Äpfel den ganzen Winter über in speziell klimatisierten Häusern zu lagern oder Salat in beheizten Gewächshäusern zu ziehen. Für diese Methoden wird Heizenergie benötigt, stammt diese aus fossilen Brennstoffen, dann entstehen eine Menge Treibhausgase. Dann hat der heimische Salat unter Umständen eine schlechtere Klimabilanz als Salat, der in Andalusien unter der Folie wächst.

Auch die Verpackung trägt zur Klimabilanz bei. Werden heimische Produkte aufwändig mit schlecht recycelbaren Materialien umhüllt, dann macht das den ursprünglichen Klimavorteil zunichte. Fahren darüber hinaus Verbraucher viele Kilometer weit, um zwei Kilo Kartoffeln von einem bestimmten Hof zu erwerben, dann bringt die ökologische Erzeugung keinen ökologischen Vorteil mehr. Sinnvoller ist es, Einkäufe zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erledigen, mehrere Wege mit dem Auto zu kombinieren oder Lieferdienste in Anspruch zu nehmen.

Eine wichtige Rolle spielen regionale Lebensmittel allerdings beim Artenschutz und bei der Landschaftspflege. Verschiedene Obstsorten beispielsweise gibt es nur in ganz bestimmten Regionen. Werden sie weiterhin gezüchtet, so bleibt eine größere Artenvielfalt erhalten, abseits der immer gleichen drei bis fünf Sorten, die Supermärkte in der Regel anbieten. Darüber hinaus werden die örtlichen Streuobstwiesen gepflegt. Wird dann noch zusätzliche extensive Weidehaltung betrieben, so  haben regionale Lebensmittel auch einen Anteil an der Landschaftspflege.

Unterm Strich bleibt allerdings: Alleine der Kauf eines Produktes mit dem Etikett „regional“ ist noch lange kein Garant für Umweltschutz.